System machtlos

Bub (13) bedroht Mitschüler mit Umbringen

Angst und Schrecken verbreitet ein 13-jähriger tschetschenischer Schüler in einer Neuen Mittelschule in Leonding (OÖ). Er soll mehrfach Mitschülern gedroht haben, „alle abzustechen“. Die Schuldirektorin alarmierte die Polizei, doch fehlt eine gesetzliche Handhabe, da der Droher erst in drei Monaten strafmündig wird.

Der 13-Jährige ist schon mehrfach auffällig geworden. Er war in mehreren Schulen und sorgt jetzt in seiner aktuellen Bildungseinrichtung für Ärger. Mehrfach soll er Morddrohungen ausgesprochen haben. Die Schüler schlugen bei der Direktorin Alarm.

Direktorin ging zur Polizei, aber Bursche zu jung fürs Strafrecht
„Die Schulleiterin hat die Anzeige bei der Polizei eingebracht“, sagt der zuständige Pflichtschulinspektor Johann Götzenberger. Die Beamten haben inzwischen die Ermittlungen aufgenommen, vernehmen die Kinder. Die Eltern sorgen sich um ihre Kinder. „Doch man hat uns gesagt, dass eine rechtliche Handhabe gegen den Burschen nicht möglich ist, weil er zu jung ist“, sagt eine besorgte Mutter, die Angst um ihre Tochter hat. „Wer garantiert in der Schule für die Sicherheit meines Kindes?“ Eltern überlegen schon, ihre Kinder daheim zu lassen, wenn es keine Lösung gibt.

Auch Suspendierung des Schülers unzulässig
Da der 13-jährige Tschetschene schulpflichtig ist, kann er nicht komplett vom Unterricht ausgeschlossen werden - und erst wenn er seinen 14. Geburtstag feiert, hat die Exekutive eine rechtliche Handhabe. Auch schulintern sind die Möglichkeiten begrenzt: „Die angezeigten Drohungen sind immer außerhalb des Schulgeländes und der Schulzeit gefallen. Damit ist auch eine Suspendierung des Schülers unzulässig“, erklärt Schulinspektor Götzenberger. Sollte Gewalt - auch verbale - am Schulgelände passieren, würde man den Burschen suspendieren.

Hoffen, dass nichts passiert
Also hoffen alle Verantwortlichen, dass in den kommenden drei Monaten nichts passiert.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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