Ausgerechnet bei einer Veranstaltung gegen den Drohneneinsatz in Kriegsgebieten hatte ein Innsbrucker (31) in Wels einen Böller gezündet und sich dabei die linke Hand weggesprengt. Vonseiten der Veranstalter, der „Oidarwerkstatt“, ist man tief betroffen: „Das ist eine Tragödie.“ Auf den Schwerverletzten warten auch einige Anzeigen.
„Das ist eine echte Tragödie – und auch eine furchtbare Dummheit. Ich war vielleicht sechs bis sieben Meter entfernt, als ich den Knall gehört habe. Ich wollte noch hin, schauen, was passiert ist, aber Polizei und Rettung waren sofort da und haben alles abgeschirmt“, sagt Gerald Oberansmayr, Schriftführer und Gründungsmitglied der Friedenswerkstatt, die seit 2010 Solidarwerkstatt heißt.
Er war am Samstagnachmittag quasi live dabei, als es bei einer Demonstration mit etwa 100 Teilnehmern gegen die BRP-Rotax-Werke in der Welser Innenstadt plötzlich eine Explosion gab.
Finger abgerissen
Ein Innsbrucker (31) hatte, wie berichtet, einen Böller angezündet. Dieser war vorzeitig in seiner linken Hand detoniert, riss die Finger ab, und der Rest der Hand musste im Linzer Kepler-Universitätsklinikum amputiert werden. Der Demonstrant befand sich am Montag auf der Normalstation.
„Ich wäre nicht einmal auf die Idee gekommen“
„Ich wäre nicht einmal auf die Idee gekommen, dass so etwas passieren könnte“, so Oberansmayr: „Bei unseren Demos wurden noch nie Böller gezündet. Wir wissen nicht, wer der Mann ist, keiner kennt ihn.“ Auch ein nebenstehender Aktivist (69) wurde verletzt, er erlitt ein Knalltrauma. Eine weitere Teilnehmerin wurde wegen eines Schocks behandelt.
Anzeigenflut
Für das Bölleropfer ist die Sache noch keineswegs ausgestanden. Laut Polizei sollen Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen, die allgemeine Gefährdung der körperlichen Sicherheit sowie Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz in Vorbereitung sein.
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