Nach Prügelattacke

Kameras in Öffis? Linz wartet auf den Video-Ausbau

Oberösterreich
20.01.2026 08:00

Nach Bim-Schlägerei wurde neben dem scheinbar milden Urteil auch über Kameras in Öffis diskutiert. 33 alte Cityrunner sollen bald erstmals ein Überwachungssystem bekommen. 

Bei Gewaltdelikten darf es keine Anzeigen auf freiem Fuß, keine kleinen Bußgelder oder bedingte Strafen geben. Wer vorsätzlich andere attackiert, muss eine entsprechende Strafe absitzen“; oder: „Das Urteil verhöhnt wieder einmal die Opfer, und die können auch nichts dagegen machen. Es ist fast eine Einladung an die Täter, weil die wissen, ihnen passiert nicht wirklich etwas.“ Der „Krone“-Artikel über die beiden Bim-Opfer Jennifer und Jackie S. sorgte für wilde Diskussionen im Netz. Dem Großteil der „Krone“-Leser war die rechtskräftige Strafe – acht Monate bedingte Haft und 5000 Euro insgesamt an die beiden Opfer – zu mild.

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Eine komplette Videoüberwachung in allen Verkehrsmitteln wäre sinnvoll, denn wenn man am Abend öffentlich Richtung Süden fährt, erlebt man so einiges.

Harald Damhofer

„Er hat von Anfang an nur an seine eigenen Interessen gedacht“
Aber wie kam der Richter bei einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren zu diesem Urteil? Dem 42-Jährigen, der die Schwestern in einer Linzer Bim verprügelt hatte, wurden Unbescholtenheit, Geständnis, Reue, teilweise Wiedergutmachung des Schadens und der Versuch, sich persönlich bei den Schwestern zu entschuldigen, als Milderungsgründe angerechnet. Jennifer und Jackie nahmen dem Täter seine Reue nicht ab: „Er hat von Anfang an nur an seine eigenen Interessen gedacht. Die schriftliche Entschuldigung wurde über unseren Anwalt fünf Tage vor dem Prozess an uns zugetragen. Das Schreiben hatte keine Substanz, ist nur peinlich und feige.“

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Die Gewalt nimmt zu. Darum ist so ein Vorschlag zu unterstützen, denn es kann überall etwas passieren – nicht nur in der Straßenbahn, auch in Bahn oder Bussen.

Sabine Steindl

Schlechte Qualität der Videoüberwachung
Neben dem Urteil sorgte auch die schlechte Qualität der Videoaufzeichnung aus der Straßenbahn für Kopfschütteln. Erst nach einer detaillierten Auswertung durch das Landeskriminalamt konnte ein Bild des Täters herausgefiltert und veröffentlicht werden. Dieser Schritt soll künftig nicht mehr nötig sein. Die Linz AG gab bereits Anfang September 2025 bekannt, dass alle 62 Straßenbahnen ein neues, einheitliches Videosystem bekommen sollen. 33 alte Cityrunner werden erstmals mit einer Kamera ausgestattet, die restlichen 29 Bahnen bekommen ein Update. Momentan läuft noch die Ausschreibung. 

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