Kein Fußball-Knaller

Neuverteilung der Bundesliga-TV-Gelder abgesagt!

Der „Aufstand der Kleinen“ in der Fußball-Bundesliga ist vorerst abgewendet! In einer außerordentlichen Klubkonferenz wurde am Freitag der von der Admira, dem Wolfsberger AC und dem LASK eingebrachte Antrag der Neuverteilung der erst seit Kurzem gültigen TV-Gelder abgewiesen. 7:5 soll die Abstimmung der zwölf Erstligisten ausgegangen sein, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde damit nur denkbar knapp verfehlt. „Der Antrag ist nicht angenommen worden“, berichtete Liga-Vorstand Christian Ebenbauer im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitagabend knapp und bündig über die davor intensiven Diskussionen.

Man habe ausgemacht, das Thema im Blickfeld zu behalten und - wenn nötig - „an Rädchen zu schrauben“. Dass sich sieben Bundesliga-Vertreter für das Kippen der im April 2017 von den Vereinen beschlossenen und erst seit wenigen Monaten wirksamen Regelung stark machten, lässt aufhorchen. Öffentlich gemacht hatte den Vorstoß der Admira das Fußball-Webportal „90minuten.at“. Die Südstädter sehen sich bei der Verteilung der Einnahmen aus dem TV-Vertrag (rund 33 Millionen Euro) benachteiligt. Ab 2019/20 sollte laut ihrer Ansicht neben einem Sockelbetrag (derzeit 30 Prozent) nur noch der sportliche Erfolg (30) berücksichtigt werden. Aktuell werden die Gelder zudem noch nach einem Schlüssel für Stadionzuschauer (20) und eingesetzte Österreicher („Österreicher-Topf“/20) vergeben. Dem Antrag der Admira - die Niederösterreicher sprachen sich für eine Erhöhung des Sockelbetrags aus - schlossen sich noch der LASK und der WAC an. Rapid als größter Profiteur des Zuschauerbetrags und Sturm Graz deklarierten sich als Befürworter des Status quo.

Andere Vereine hielten sich bedeckt. Für die Austria äußerte Vorstand Markus Kraetschmer am Freitag ein gewisses Verständnis für das Ansinnen der „Kleinen“. Die Ist-Zahlen würden gegenüber den simulierten Zahlen bei der Beschlussfassung „doch eine deutliche Abweichung“ ergeben. Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits konnte damit wenig anfangen. „Wenn man sich ansieht, was wir im letzten Jahr präsentiert haben weist das marginal davon ab, was jetzt bei den Klubs passiert ist“, meinte Herovits. „Es überrascht mich, dass man deshalb überrascht ist.“ Davon abgesehen, waren die Liga-Vertreter demonstrativ bemüht, die Debatte nicht zu groß zu spielen. Die Diskussionen seien dahingehend gelaufen, dass das Thema mit dem heutigen Tag nicht abgeschlossen sei, stellte Ebenbauer klar. „Unser Ziel als Liga ist es, die Klubs zu einen“, erklärte er. Dass es unterschiedliche Interessen gebe, sei normal. Zumindest nach der Jahreshauptversammlung samt Weihnachtsfeier der Liga wurde der Weihnachtsfriede gewahrt.

Abseits der TV-Gelder waren sich die Klub-Vertreter in einem anderen Punkt einig. Der Videobeweis soll auch in Österreich Einzug halten. „Alle Klubs haben sich dazu bekannt, dass der Videobeweis umgesetzt werden muss“, sagte Ebenbauer. Knackpunkt: „Es geht ums Geld.“ Die Finanzierbarkeit könnten Förderungen von der FIFA oder UEFA begünstigen. Klar ist aber, dass die Vereine die Hauptlast selbst tragen müssen. Rund 500.000 Euro kostet die Installation der Technik pro Klub. Laut Ebenbauer soll die Einführung so früh wie möglich und „spätestens mit dem neuen TV-Vertrag kommen“. Der derzeitige Vertrag mit Rechteinhaber Sky läuft noch bis 2022. Eingeplant werden muss außerdem, dass die Einführung des Videobeweises ein Jahr geprüft werden muss. Mit der Entwicklung der 2. Liga zeigte sich die Liga zufrieden. Ab Februar 2019 fungiert mit dem Sportwetten-Anbieter HPYBET (Happy-Bet) ein neuer offizieller Bewerbssponsor. Die Kooperation ist für zweieinhalb Jahre festgelegt. „Wir werden uns bemühen, die 2. Liga zu pushen“, kündigte HPYBET-CEO Andreas Köberl an. Der Liga-Name wird sich im neuen Jahr in „HPYBET 2. Liga“ ändern.

Hans Rinner zum Bundesliga-Ehrenpräsidenten ernannt
Übrigens: Der Mitte Februar verstorbene Hans Rinner wurde im Rahmen der Hauptversammlung zum Ehrenpräsidenten der Liga gewählt. Der Steirer war von 2007 bis 2010 Präsident des SK Sturm Graz und von 2009 bis zu seinem Ableben mit nur 54 Jahren Präsident der Bundesliga. Insbesondere die Ligen-Reform und die Infrastrukturoffensive bleiben als sein Vermächtnis. „Vieles von der positiven Entwicklung der Bundesliga in den vergangenen Jahren wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Deshalb ist es ein schönes und richtiges Zeichen, dass er heute posthum zum Bundesliga-Ehrenpräsidenten ernannt wurde“, sagte Bundesliga-Vorstand Ebenbauer.

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