Di, 20. November 2018

Wer trägt Schuld?

24.10.2018 08:59

Rolltreppen-Drama: Russe verlor Teil eines Beins

Nach dem Rolltreppen-Drama in Rom am Dienstagabend, bei dem 24 Menschen - mehrheitlich Fans des russischen Klubs ZSKA Moskau - teils schwer verletzt wurden, laufen die Ermittlungen zu den Ursachen des Unglücks auf Hochtouren. Einem Opfer musste offenbar ein Teil eines Beins amputiert werden. Die U-Bahn-Station Repubblica im Zentrum Roms, in der sich der Unfall ereignet hatte, wurde von der Polizei geschlossen. Die schwer verschuldete ATAC-Gesellschaft, die wegen des ineffizienten Nahverkehrssystem in der italienischen Hauptstadt immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik gerät, versicherte, dass die Rolltreppe erst kürzlich kontrolliert worden sei. Roms Bürgermeisterin macht dagegen die Opfer selbst für die Katastrophe verantwortlich.

Insgesamt 19 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. 15 Verletzte stammten aus Russland, sagten Vertreter der russischen Botschaft. Einer von ihnen trug schwere Verletzungen davon. Ihm musste sogar ein Teil eines Beins amputiert werden. Bei den anderen vier Opfern handle es sich um Ukrainer. Fünf Personen hätten das Krankenhaus bereits wieder verlassen, in Lebensgefahr schwebt niemand. Die meisten Menschen wurden eingeklemmt und hatten Verletzungen an den Beinen erlitten.

Bürgermeisterin macht Opfer verantwortlich
Untersuchungen zu dem Fall wurden von der römischen Staatsanwaltschaft und der Nahverkehrsgesellschaft ATAC, Betreiberin von Roms U-Bahnen, in die Wege geleitet. Bürgermeisterin Virginia Raggi machte die ZSKA-Fans für das Unglück verantwortlich. Diese seien beobachtet worden, wie sie auf der Rolltreppe herumhüpften und tanzten, bevor diese einstürzte. Videoaufnahmen aus der U-Bahn-Station zeigen, wie die Rolltreppe erst immer schneller wird und die Stufen dann anscheinend ungebremst dem Boden entgegenrasen.

Öffi-Betreiber schwer verschuldet
Der Unfall nährt erneut Kritik am Zustand des öffentlichen Nahverkehrs in Rom. Fahrzeuge und Infrastruktur gelten als veraltet. Im Mai war ein Linienbus in unmittelbarer Nähe des Trevi-Brunnens in Flammen aufgegangen. Die Nahverkehrsgesellschaft ATAC mit 11.000 Bediensteten steht vor dem finanziellen Zusammenbruch. Für ein beratendes Referendum wurden Unterschriften gesammelt, mit dem die Römer über die ATAC-Privatisierung abstimmen sollen. Damit hoffen die Initiatoren, mehr Effizienz in Roms öffentliches Verkehrssystem zu bringen. Bürgermeisterin Raggi, die der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung angehört, wehrt sich jedoch gegen die Privatisierung.

Veraltetes U-Bahn-Netz
Die Stadtchefin hatte vor ihrem Amtsantritt im Juni 2016 eine „Revolution“ versprochen, die die größte öffentliche Verkehrsgesellschaft Europas in ein effizientes Unternehmen verwandeln werde. Die vorhergesagte radikale Umwandlung ist bis jetzt jedoch komplett ausgeblieben. Täglich kämpfen Einwohner und Touristen in der Ewigen Stadt mit einem veralteten U-Bahn-Netz, einem ineffizienten Linienbus-System und mit unpünktlichen und unzuverlässigen Verkehrsmitteln. Ebenfalls ist es der 40-jährigen Raggi nicht gelungen, Probleme wie Müllentsorgung und Sauberkeit in der Stadt in den Griff zu bekommen.

„Unerträgliche Zustände“
Am Samstag ist vor dem Rathaus auf dem Kapitol-Hügel eine Protestkundgebung gegen die Stadtpolitik geplant. Eine spontan entstandene Bürgerbewegung ruft die Römer zur Revolte gegen die „unerträglichen Zustände“ in der 3,5-Millionen-Metropole auf.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Talk mit Katia Wagner
Hass und Sex - ist das Internet außer Kontrolle?
Video Show Brennpunkt
Wegen Scheich-Deal
Ex-Boss Blatter: „Infantino missbraucht die FIFA“
Fußball International
Rekord-Sponsoring
Sturm beendet Geschäftsjahr mit 350.000 Euro Plus
Fußball National
OeNB-Boss verärgert
Bankenaufsicht geht von Nationalbank an FMA
Österreich
„Prorussische Haltung“
USA teilen wegen FPÖ weniger Geheiminfos
Österreich
Ermittlungen laufen
Wettbetrug? Liverpool-Star Sturridge im Fokus
Fußball International
Rutschiges Vergnügen
Auch Vierbeiner wollen manchmal einfach nur Spaß
Video Viral
Holland-Star tröstet
Traurig! Schiri erfuhr in Pause vom Tod der Mutter
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.