Do, 15. November 2018

Stress als Folge

15.10.2018 10:16

Beruflich oder privat? Handy erschwert Trennung

Abends noch schnell checken, ob der Chef ein E-Mail geschrieben hat und morgens beim Frühstück bereits die Zahlen für die Sitzung durchgehen - aufgrund intensiver Smartphone-Nutzung lassen sich immer seltener klare Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben ziehen. Eine gemeinsame Untersuchung von TU Wien und Arbeiterkammer Niederösterreich zeigt, welche - großteils negativen - Auswirkungen dies hat.

„Wer das Handy weniger nutzt, ist zufriedener - und zwar sowohl mit seinen Arbeitstagen als auch mit den freien Tagen“, fasst Martina Hartner-Tiefenthaler vom Institut für Managementwissenschaften der TU Wien die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. „Wenn man sich ständig dem Handy widmen muss, ist das eine zusätzliche Stressquelle, die belastend sein kann.“

Demnach können sich intensive Smartphone-User weniger gut in ihre Arbeit vertiefen, fühlen sich interessanterweise aber auch häufiger gelangweilt. An freien Tagen geben sie häufiger an, unter Zeitdruck und Stress gestanden zu haben und fühlten sich öfter gereizt oder verärgert.

Ursache oder Wirkung?
Die Frage nach Ursache und Wirkung kann anhand der Daten allerdings nicht vollständig geklärt werden: Senkt intensive Smartphone-Nutzung die Zufriedenheit - oder greifen Menschen deshalb öfter zum Handy, weil sie weniger zufrieden sind?
"Dazu benötigen wir noch weitere Untersuchungen, über längere Zeiträume. Wir vermuten, dass sich beides gegenseitig beeinflusst", so Hartner-Tiefenthaler.

Mit ihrer Gesundheit waren alle Versuchsteilnehmer in gleichem Maß zufrieden - allerdings haben Leute, die das Handy intensiv nutzen, signifikant häufiger chronische Nackenschmerzen.

Freiräume schaffen
Trotz potenzieller negativer Einflüsse der verschwimmenden Grenzen zwischen Beruf und Privatleben plädiert die Expertin nicht unbedingt für eine strikte Trennung.
„Manchmal ist die Organisation des Alltags einfacher, wenn Grenzen nicht zu strikt gezogen sind. Manche Leute berichten, dass sie die Freizeit besser genießen können, wenn sie noch eine wichtige Kleinigkeit erledigt haben“, sagt Hartner-Tiefenthaler.

Sie empfiehlt jedoch einen bewussten Umgang mit dem Smartphone. Man sollte sich ganz gezielt E-Mail- und Smartphone-freie Zeiten definieren und auch mit den Arbeitgebern klären, welche Art von Erreichbarkeit erwartet wird. So reduziere man Stress und Ärger.

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