Mo, 10. Dezember 2018

#freemaxzirngast

27.09.2018 10:15

Solidaritätskampagne für inhaftierten Studenten

Seit mittlerweile zwei Wochen sitzt der 29 Jahre alte Journalist Max Zirngast in der Türkei in Haft. Der Steirer war am 11. September von der Anti-Terror-Polizei abgeführt worden - wegen Terrorverdachts, wie sich herausstellen sollte. Nun wurde in Wien eine Solidaritätsbewegung gegründet. Den Anstoß dazu gaben die Mitglieder des als „linksextrem“ bezeichneten Onlinemagazins „re:volt“, in dem der Österreicher mitunter publizierte, mit einer Unterstützungsveranstaltung.

Ziel der Solidaritätsbewegung „#freemaxzirngast“ sei es, durch die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Fall politischen Druck auf die Türkei auszuüben und den Österreicher nicht „alleinzulassen“, wie Johanna Bröse, eine Redakteurin von „re:volt“, erklärte. „Anfangs gab es für den Fall großes Interesse, aber das flaute schnell ab - auch seitens der Bundesregierung“, bemerkte dazu ihr Kollege Alp Kayserilioglu. „Zusammen sind wir stärker“, gaben sie sich überzeugt.

„Man will ihn zum Schweigen bringen“
Kayserilioglu unterstrich, dass viel an den inhaftierten Kollegen gedacht werde. „Er ist 2015 in die Türkei gereist und war dort Student, politischer Aktivist und Journalist“, erklärte er. Zirngast habe für mehrere Medien in verschiedenen Sprachen geschrieben und habe „Kritik an (dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip, Anm.) Erdogan veröffentlicht“. „Man will ihn zum Schweigen bringen“, ist der Redakteur überzeugt.

Vorwürfe „offensichtlich absurd“
Der Journalist werde verdächtigt, in einer „legalen Frontorganisation einer illegalen Terrororganisation“ aktiv zu sein. „Die Staatsanwaltschaft sucht nach etwas, was nach Terrorismus klingt, da sie sonst nichts gegen ihn in der Hand haben“, so Kayserilioglu. Die Vorwürfe, dass Zirngast auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) unterstütze, bezeichnete sein Kollege als „offensichtlich absurd“. Der Österreicher sei am Freitag vom Polizeigewahrsam in die Untersuchungshaft im Sincan-Gefängnis in Ankara überstellt worden, da der Richter von einer „hohen Schuldwahrscheinlichkeit“ und „hoher Fluchtgefahr“ ausgehe. Obwohl die Anklage bisher noch nicht erhoben wurde, drohen dem 29-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

An der Solidaritätsveranstaltung am Mittwoch nahmen unter anderem die ehemalige grüne Nationalratsabgeordnete Berivan Aslan und der Politologe Thomas Schmidinger von der Universität Wien teil. Auch Vertreter von Reporter ohne Grenzen, türkisch-österreichische Kooperationsvereine und ehemalige Studienkollegen Zirngasts waren zugegen.

Österreicher als „politische Geisel“
Wie Aslan erklärte, bestehe die Möglichkeit, dass die Türkei den Österreicher als „politische Geisel“ festhalte. „Das ist kein Zufall, denn Österreich ist einen strikteren Kurs gegen die Türkei gefahren als Deutschland“, sagte sie. Zudem habe die türkische Regierungspartei AKP „finanzielle Probleme“ und sei auf europäische Hilfe angewiesen. Politologe Schmidinger stimmte dem zu: „Ich glaube, dass sie jemanden wollen, auf den die österreichische Bevölkerung reagiert“, sagte er. Österreicher mit türkischen Wurzeln seien der Bevölkerung hingegen „recht egal“.

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