Mo, 12. November 2018

Versicherung klagte

07.09.2018 17:36

Unter Betrugsverdacht: Juwelier freigesprochen

Schmuckstücke im Wert von 170.000 Euro hat ein Juwelier scheinbar einfach vergessen. Er meldete die Pretiosen nach einem brutalen Raubüberfall auf sein Geschäft in Linz nämlich als Teil der Beute (insgesamt Schmuck im Wert von 1,1 Millionen Euro) an seine Versicherung. Dabei lagen die wertvollen Stücke bei einem Kunden in der Schweiz.

„Ich war nach dem Überfall in einem Ausnahmezustand“, sagte der Nobeljuwelier, der noch immer unter den Folgen leidet, beim Betrugsprozess vor Richter Clemens Hödlmoser in Linz aus. Kein Wunder: Er wurde von zwei elegant gekleideten und mit Pistolen und Elektroschockern bewaffneten Räubern überfallen. Das Duo fesselte den damals 68-Jährigen mit Handschellen an ein Stiegengeländer, räumten den Schmuck aus dem Tresor und flüchteten.

Schlamperei?
Zur Schadensfeststellung übergab der Goldschmied eine Art Inventarliste an seine Versicherung. Als er vier Schmuckstücke, die sich auf dieser Liste befanden, im Hinteren des Tresors fand, meldete er das sofort der Versicherung. Deshalb weißt er auch den Betrugsvorsatz bei den nun angeklagten Stücken vehement von sich. Seine Verteidigerin spricht von „Schlamperei“. Es habe dieser Ungenauigkeit der Schadenliste keine so große Bedeutung zugemessen, da die Versicherung ohnehin nur einen Schaden von 720.000 Euro beglichen hätte.

Genaue Schweizer Zollfahnder
Kurios auch, wie die Sache aufgeflogen ist: Der Juwelier zeigte sich selbst beim Zoll an, da er die Stücke unverzollt in die Schweiz gebracht hat. Der Kunde hatte nämlich nach einem Jahr noch immer nicht bezahlt und auch die Schmuckstücke nicht zurückgegeben. Um seine Forderungen gegen den Mann eintreiben zu können, musste er das (kleine) Zollvergehen aus der Welt schaffen. Doch die Schweizer Zollfahnder forschten nach und verständigten die Versicherung. Die erstattete nach einer Überprüfung des bereits abgeschlossenen Aktes Anzeige. Trotzdem: Freispruch, nicht rechtskräftig.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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