Mi, 17. Oktober 2018

Nach Feuerdrama

06.08.2018 07:10

Griechischer Vizeinnenminister zurückgetreten

Knapp zwei Wochen nach den verheerenden Bränden im Raum Athen mit etwa 90 Toten sind die Chefs der griechischen Feuerwehr und der Polizei entlassen worden. Sie wurden durch ihre bisherigen Stellvertreter ersetzt. Das teilte das Büro von Regierungschef Alexis Tsipras am Sonntagabend mit. Bereits am Freitag war der stellvertretende Innenminister, Nikos Toskas, zurückgetreten.

Toskas, der für Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz zuständig war, erklärte, er könne angesichts der großen Opferzahl nicht weitermachen. Bei den Bränden sind auch große Teile des Ferienorts Mati im Osten Athens zerstört worden. Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren. Die Justiz ermittelt.

Opposition wirft Regierung Versagen vor
Am 23. Juli waren in der Umgebung der Hauptstadt Athen Waldbrände ausgebrochen, die sich rasend schnell ausbreiteten und unter anderem den Badeort Mati erreichten. 88 Menschen starben. Die Opposition wirft der Regierung Versagen bei der Warnung der Bevölkerung und der Evakuierung der betroffenen Gebiete vor.

Toskas erklärte, er habe Tsipras bereits unmittelbar nach der Brandkatastrophe seinen Rücktritt angeboten. Der Regierungschef habe ihn aber angewiesen, bis zum Ende der Notsituation zu bleiben.

Die für die öffentliche Sicherheit zuständigen Behörden waren auch deshalb in die Kritik geraten, weil tagelange Verwirrung über die exakte Zahl der Toten herrschte. Sie war zwischenzeitlich mit mehr als 90 angegeben worden, wurde später aber wieder auf 88 gesenkt. Ein Mensch wird vermisst. Rund 40 Menschen befinden sich noch im Krankenhaus, neun von ihnen schweben in Lebensgefahr.

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