Vor Start am Mittwoch:

Tests von Tempo 140 auf A1 wirbeln viel Staub auf

Oberösterreich
26.07.2018 14:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor dem Start von Tempo 140 auf der Westautobahn geben Befürworter und Gegner des Pilotversuchs noch einmal ordentlich Gas. Politiker sowie Verkehrsexperten liefern sich einen Austausch der Argumente über die Notwendigkeit der Teststrecken. Wie berichtet, sind ab Mittwoch zwischen Melk und Oed sowie Haid und Sattledt in beiden Richtungen 10 km/h mehr erlaubt

Ab 1. August dürfen Pkw-Lenker auf insgesamt 70 Autobahnkilometern   mit 140 km/h unterwegs sein. Eigene Schilder - nicht wie ursprünglich angekündigt elektronische Überkopfanzeigen - werden die Lenker auf das Pilotprojekt aufmerksam machen. Ein Jahr werden Luftgüte, Lärm, Durchschnittsgeschwindigkeiten und Unfallzahlen ermittelt. Danach entscheidet Verkehrsminister Norbert Hofer. Vorstellbar ist, Tempo 140 auf rund der Hälfte aller Autobahnkilometer.

Landesrat rechnet mit besserem Verkehrsfluss
 Der Pilotversuch wirbelt jedenfalls viel Staub auf. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) spricht sich klar dafür aus: „Tempo 140 soll den Verkehrsfluss verbessern und gilt nur bei optimalen Straßenverhältnissen. Kein vernünftiger Lenker wird bei Schneefall oder extremer Nässe noch Höchstgeschwindigkeit fahren.“

ARBÖ begrüßt Testphase
 Auch der ARBÖ begrüßt die Testphase: „Eine Anhebung der Geschwindigkeit bringt eine Ersparnis von 45 Sekunden. Pro Verkehrsteilnehmer mag dies   gering erscheinen. Die Summe aller Verkehrsteilnehmer ergibt ein anderes Bild“, meint Landesgeschäftsführer Thomas Harruk.

Kritik der Grünen
 Für den Grünen-Landtagsabgeordneten Severin Mayr ist die Maßnahme purer Populismus. „Mit Retropolitik will Hofer von wirklichen Problemen in der Verkehrspolitik ablenken. Wenn er etwas ausbauen sollte, dann die Öffis!“

Warnung vor höherem Unfallrisiko
 VCÖ-Experte Markus Gansterer ist um die Verkehrssicherheit besorgt: „Ein höheres Tempo bedeutet auch einen längeren Anhalteweg. Mit dem Tempo nehmen Unfallrisiko und Unfallschwere zu.“

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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