Vereitelter Anschlag

Bodensee-Vergifter schickt 4 Jahre nach Tat Bekennerbrief

Ausland
28.11.2009 14:58
Vier Jahre liegt der vereitelte Giftanschlag auf den Bodensee schon zurück. Doch jetzt ist erneut ein Bekennerschreiben des Täters aufgetaucht, der das Trinkwasser für Zehntausende Menschen verseuchen wollte. Damals konnte eine Katastrophe nur knapp verhindert werden. Sicherheitshalber hat die deutsche Polizei nun die Überwachungsmaßnahmen rund um den See verstärkt.

An der größten Trinkwasser-Entnahmestelle im Bodensee bei Sipplingen (Baden-Württemberg, siehe Bild) wurde der Objektschutz verstärkt, teilte ein Polizeisprecher in Friedrichshafen mit. Das Bekennerschreiben an die Bodensee-Wasserversorgung (BWV) in Stuttgart vom Freitag wird derzeit von Experten im Landeskriminalamt (LKA) untersucht.

Zwei Kanister mit giftigen Pflanzenschutzmitteln entdeckt
Im Oktober 2005 waren bei Sipplingen in rund 65 Meter Tiefe zwei Kanister mit giftigen Pflanzenschutzmitteln entdeckt worden. Die knapp vier Millionen Kunden der Bodenseewasser-Versorgung im Südwesten waren nicht in Gefahr. Der Täter wurde nie gefunden. Er hatte der BWV damals einen ersten Bekennerbrief geschickt. Die Wasserschutzpolizei hatte die Entnahmestelle in Ufernähe und das Gebiet um die BWV-Wasseraufbereitungsanlage nach dem Anschlag monatelang überwacht.

Das baden-württembergische Umweltministerium ist wegen des aktuellen anonymen Bekennerschreibens nicht beunruhigt. "Es ist wichtig, solche Dinge ernst zu nehmen. Grund zur Sorge sehen wir aber nicht", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.

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