Mo, 10. Dezember 2018

Alireza Beiranvand

26.06.2018 14:59

Nomade als Elferheld verzaubert Ronaldo und Web!

Alireza Beiranvand ist eine der größten Entdeckungen dieser WM. Als Neuling im Tor von Iran kassierte er lediglich zwei Tore. Und wehrte Cristiano Ronaldos Elfer ab. Wenn Mehdi Tameri in der 94. Minute getroffen hätte, würde jetzt jeder über Iran und seinen WM-Helden sprechen. So spricht man nur mehr über einen Iraner: den Goalie. Und seine Geschichte ist mehr als bemerkenswert. 

Er ist ein Mann der großen Emotionen, der 25-Jährige. Nach dem ersten Sieg von Iran seit 1994 stürzte er zu Boden und konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Genauso geschah es auch nach dem Ausscheiden gegen Portugal. Er weinte, wie ein Kind. Nach dem Lesen der nächsten Zeilen werden Sie auch verstehen, warum. Beiranvand stammt aus einer Nomadenfamilie aus dem Westen Irans. Seine Familie zog quer durch das Land, mit ihrer Schafherde, die oft auch vom jungen Alireza bewacht wurde.

Gerade zwölf wurde er, als es die Familie in die Großstadt zog, in die Provinzhauptstadt Chorramabad. Etwa 350.000 Menschen wohnen hier, doch, was wichtiger ist: Es gibt da auch Fußballvereine . Auch der Held unserer Geschichte wurde fester Bestandteil eines Teams. Er wollte zuerst als Stürmer spielen, dann aber verletzte sich der Torwart seiner Mannschaft. Von da an stand Beiranvand zwischen den Pfosten, zur größten Zufriedenheit von allen, außer seinem Vater. Der war so gar nicht begeistert von den Plänen seines Sohnes, Profifußballer zu werden. Einmal riss er sogar die Handschuhe seines Sohnes in Stücke, doch Alireza ließ sich nicht einschüchtern: Mit bloßen Händen stellte er sich ins Tor.

Eines Tages hatte er genug von der ständigen Kritik. Er entschied sich nach Teheran zu fahren. In die Hauptstadt, wo er niemanden kannte. Er lebte dort auf der Straße, schlief im Freien, im Schatten des Freiheitsturms (Wahrzeichen der iranischen Hauptstadt). Doch der Fußball rettete ihn. Er suchte sich einen Verein, Und fand auch schnell einen: Den Vahdat FC. Der Klub erwies sich als Glücksgriff: Die Familien der Mitspieler gaben ihm Arbeit, manche ließen ihn sogar am Arbeitsplatz übernachten.  

Das Auto des Stars gewaschen
So schlug er sich durch, als Autowäscher, als Kellner und als Straßenkehrer. In der Autowaschanlage traf er den großen iranischen Ex-Star Ali-Daei, der einst bei Bayern München kickte. Seine Freunde rieten ihm, den Star anzusprechen, doch Beiranvand traute sich nicht. Fußballerisch entwickelte er sich aber immer besser. So sehr, dass Naft Teheran auf ihn aufmerksam wurde. Seine legendären Abwürfe (manche 70 Meter weit) und seine Paraden ebneten ihm den Weg zur Nationalmannschaft, aus der er seit 2015 nicht wegzudenken ist. Er spielte bis zum Spanien-Spiel 13 Matches ohne Gegentor.

Diese WM war seine WM, egal wie sie endet. Die WM eines ehemaligen Schafhirten, der auch gegenüber Ronaldo der Sieger blieb.

krone Sport
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