Di, 17. Juli 2018

Schutzgeld und Betrug

18.06.2018 16:03

Millionengeschäft Botnet: Reich durch Cyber-Waffen

Netzwerke infizierter Rechner - sogenannte Botnets - richten im Web mit DDoS-Attacken, Spam-Wellen, Banking-oder Werbebetrug alljährlich gewaltige Schäden an. Wie lukrativ diese Angriffe für die Hintermänner dieser Netzwerke sind und wie viel Geld sie selbst in die Hand nehmen müssen, um Herr über Millionen „Zombie-PCs“ zu sein, haben Forscher aus den Niederlanden errechnet.

Wer ein Botnetz erschaffen will, das mächtig genug ist, um Webserver in den USA auszuknocken, muss tief in die Geldbörse greifen. Forscher der Universität Twente in den Niederlanden schätzen, dass es für den Aufbau eines ausreichend starken Botnetzes nicht nur eine Hundertschaft Cyberkrimineller und zwei Jahre Zeit braucht, sondern dass damit auch Kosten von rund 16 Millionen US-Dollar verbunden sind.

Botnetze sind ein knallhartes Darknet-Business
Der Grund: Botnetz-Betreiber verfügen mitnichten selbst über das Know-how, um Millionen Computer unter ihre Kontrolle zu bringen, ihre digitale Waffe zu pflegen und diese dann unbemerkt fernzusteuern. Vielmehr gehen sie arbeitsteilig vor, kaufen Know-how auf einschlägigen Marktplätzen im nur über Anonymisierungsdienste zugänglichen Darknet. Hier bieten Viren-Profis potenziellen Botnetz-Betreibern etwa an, Malware für zwei bis zehn Cent pro Infektion zu verbreiten, verraten die Forscher „Technology Review“.

Trotz der nicht zu unterschätzenden Anschaffungskosten lohnt sich der Betrieb eines Botnetzes für die Hintermänner. Neben den Kosten haben die Forscher auch die potenziellen Erlöse errechnet, die sich mit einem Botnetz erwirtschaften lassen. Und die sind letztlich auch der Grund, wieso Kriminelle die Investitionen in Zusammenhang mit einem Botnetz nicht scheuen.

30.000 Bots erschwindeln 22 Mio. Dollar im Monat
Ein Cyberkrimineller, der ein aus 30.000 Bots bestehendes Netzwerk sein Eigen nennt und damit DDoS-Überlastungsangriffe auf Webserver - möglicherweise kombiniert mit entsprechenden Schutzgeldforderungen - durchführt, kann 26.000 Dollar im Monat verdienen. 10.000 Bots, die als Spam-Schleuder verwendet werden, bringen 300.000 US-Dollar. Banking-Betrug mit 30.000 Bots kann über 18 Millionen US-Dollar in die Kassen der Cyberkriminellen spülen. Und Werbebetrug, also das Geschäft mit falschen Werbeklicks, kann mit 30.000 infizierten PCs im Monat 20 Millionen US-Dollar einbringen.

Eine interessante Randnotiz: Obwohl die meisten Aktivitäten, die mit einem Botnetz in Zusammenhang stehen können, fast überall auf der Welt illegal sind, werden Botnetze nicht immer mit der größten Konsequenz ausgehoben. Der Grund dafür sei, dass staatliche Akteure bisweilen zu den besten Kunden der Betreiber zählen sollen.

 krone.at
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