So, 22. Juli 2018

Überraschender Fund

02.06.2018 08:06

Forscher entdecken auf Zwergplanet Pluto Dünen

Auf dem Pluto haben Forscher überraschend Dünen entdeckt, die wahrscheinlich aus gefrorenem Methan bestehen. Trotz der dünnen, nebelartigen Atmosphäre des Zwergplaneten habe der Wind am Rande einer Eisebene offenbar Methankörnchen zu Dünen aufgeschüttet, berichtete ein internationales Forscherteam.

Das sei auf Fotos erkennbar, welche die NASA-Raumsonde „New Horizons“ 2015 im Vorbeiflug vom Pluto gemacht und zur Erde gefunkt hat. In der Pluto-Atmosphäre ist der Oberflächendruck 100.000 Mal geringer als auf der Erde. Es erschien daher wenig wahrscheinlich, dass dort Methankörnchen durch die Luft geweht werden und dünenartige Strukturen bilden. Dennoch hätten die milden Winde auf der Oberfläche des Zwerplaneten, die ein Tempo von nur rund 30 bis 40 Stundenkilometern erreichen, dies bewirkt, schrieben die Forscher im Fachblatt „Science“.

Dünen bestehen vermutlich aus Methan
Das Wissenschaftlerteam schließt nicht aus, dass die Dünen aus festem Stickstoff bestehen, hält Methan aber für wahrscheinlicher. Eric Parteli vom Institut für computergestützte Geowissenschaften der Universität Köln erläuterte, wegen der deutlich geringeren Schwerkraft auf dem Pluto und des extrem niedrigen Druckes in seiner Atmosphäre reichten schwache Winde zum Auftürmen von Dünen aus.

„Wir wussten, dass jeder Körper des Sonnensystems mit einer Atmosphäre und einer soliden felsigen Oberfläche Dünen hat, aber wir wussten nicht, was wir auf dem Pluto finden“, erklärte der Hauptautor der Studie, Matt Telfer, von der britischen University of Plymouth.

„Wirklich überraschende“ Entdeckung
Die Entdeckung sei „wirklich überraschend“, sagte die Geologin Jani Radebaugh von der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah. Obwohl „er 30 Mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, zeigt sich, dass Pluto immer noch erdähnliche Eigenschaften hat“, hob die Wissenschaftlerin hervor.

 krone.at
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