Di, 14. August 2018

300 Euro gefordert

18.04.2018 13:18

Wirt warb per Mail um Gäste: Erpressung mit „Datenschutz“

Die neue Datenschutzverordnung treibt seltsame Blüten. Unverfrorene Zeitgenossen entdecken in der Verunsicherung ein modernes Geschäftsmodell. Ein burgenländisches Lokal wirbt per Newsletter für seine Spezialitätenwochen. Ein Gast fordert deswegen 300 € von den Wirtsleuten, die Wirtschaftkammer schritt ein. Doch der Ärger bleibt groß.

Dieser Tage bekam der Unternehmer aus dem Bezirk Eisenstadt ein Schreiben eines Kunden, der ihn darauf aufmerksam machte, dass ihm ein Newsletter per E-Mail ohne seine Zustimmung zugesandt wurde. Gleichzeitig forderte er - quasi als Entschädigung - 300 Euro vom Unternehmer. Andernfalls würde er die Angelegenheit zur Anzeige bringen und dann fiele die Strafe deutlich höher aus, drohte der „Raubritter“. Der Lokalbetreiber wandte sich an die Wirtschaftskammer. „Aus den Unterlagen ist ersichtlich, dass dieser Gast schon mehrmals den Newsletter des Lokals zugesandt bekam und nicht reklamierte“, erklärt Experte Franz Perner. Im Zweifelsfall wird den Gastronomen geraten, Rechtsbeistand einzuholen.

In der Wirtschaftskammer will man in Zukunft aufrüsten und weiter gegen solche Erpressungsversuche vorgehen: „Diese Methoden scheinen Vorboten auf die kommende Datenschutzverordnung zu sein. Unseriöse Personen entwickeln Geschäftsmodelle, mit denen sie Unternehmer einschüchtern wollen, um von ihnen Geld zu lukrieren“, sagt WK-Präsident Peter Nemeth. Diesen Versuchen werde jedoch ein Riegel vorgeschoben, heißt es.

Josef Poyer, Kronen Zeitung

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