Abgängig & verschollen

Kärnten: 900 vermisste Personen im Jahr

Kärnten
14.04.2018 10:44
Porträt von Christian Spitzer
Von Christian Spitzer

Pro Tag werden in Kärnten etwa zwei Menschen als abgängig gemeldet. Der Großteil der Vermissten taucht aber bald wieder auf. Einige Fälle werden erst nach Jahrzehnten geklärt - wie jener eines vermissten deutschen Urlaubers am Wörthersee (wir berichteten). Es gibt aber auch Menschen, die offenbar für immer verschollen bleiben. Dennoch wird die Suche nach ihnen nie eingestellt.

Derzeit sind in Kärnten 75 Personen als abgängig gemeldet. Pro Jahr bearbeiten Polizisten und Kriminalisten 900 Fälle. „Der Großteil sind Mehrfachabgängigkeiten, beispielsweise, wenn Jugendliche oder minderjährige Flüchtlinge nicht mehr in ihre Asyl- oder Betreuungseinrichtungen zu den vereinbarten Bedingungen einrücken und Betreuer und Erziehungsberechtigte dann Anzeige erstatten“, so Gottlieb Türk, Chef des Landeskriminalamts Kärnten.

Viele Schicksale bleiben Geheimnis
 99,9 Prozent von ihnen tauchen in der Regel innerhalb von wenigen Tagen wieder auf - dennoch gibt es immer noch einige Langzeitvermisste, dessen Schicksale bis heute ein Geheimnis bleiben.

So wie die damals 23-jährige Klagenfurterin Michaele Grabner. Sie verschwand am 15. Februar 2006 spurlos. Oder auch Paul Ondrak und seine Begleiterin Ernestine Lindenthal. Die beiden verschwanden am 26. Juli 2008 während einer Wanderung am Nassfeld. Das Rätsel um ihr verschwinden konnte nicht gelöst werden.

Ebenfalls als vermisst gilt die damals 40-jährige Hotelangestellte Rita Ban-Gagyi aus Ungarn. Sie kehrte am 4. September 2013 von einer Wanderung nicht in ihre Unterkunft nach Heiligenblut zurück. Seit 25. September 1997 ist der damals 82-jährige Wiener Pensionist Robert Frank wie vom Erdboden verschluckt. Er verschwand beim Schwammerlklauben am Kraigerberg. Türk: „Grundsätzlich werden Suchen nicht eingestellt und keine Akten weggeschmissen. So können nach Jahrzehnten noch Fälle aufgearbeitet werden. Wie der aktuelle Vorfall, bei dem ein Taucher 50 Jahre alte Schädelknochen im Wörthersee fand.“

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