Di, 19. Juni 2018

Nach Sieg gegen Lazio

13.04.2018 11:45

Mateschitz gratulierte persönlich in der Kabine

Außergewöhnliche Ereignisse ziehen auch im Fußball außergewöhnliche Folgeerscheinungen nach sich. Nachdem Salzburg am Donnerstag mit einem sensationellen 4:1-Heimsieg über Lazio Rom ins Semifinale der Europa League eingezogen war, ließ es sich selbst Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz nicht nehmen, seinen Kickern in der Kabine persönlich zum Triumph zu gratulieren.

„Es war ganz einfach gewaltig“, sagte Mateschitz auf einem von Reinhold Yabo gefilmten und auf der „Sky“-Homepage veröffentlichten Video und setzte unter dem Jubel der Spieler fort: „Es war eine endlose Kette von Ereignissen. Vielen Dank, ihr seid‘s ein super Team.“

Noch lauter wurde es, als Sportpsychologe Ulf Häfelinger vor versammelter Mannschaft seine Freude über das Husarenstück aus sich herausbrüllte, begleitet von Begeisterungsstürmen der Salzburger Profis. „In jedem von uns ist ein unglaubliches Glücksgefühl. Wir haben in der Kabine getanzt, gesungen und richtig Party gemacht“, resümierte Xaver Schlager.

Erstmals seit 22 Jahren in einem Europacup-Semifinale
Zu feiern gab es Historisches: Salzburg steht als erster österreichischer Klub seit Rapid vor 22 Jahren in einem Europacup-Semifinale und erzielte als erstes heimisches Team seit dem Wiener Sportclub vor 50 Jahren beim legendären 7:0 über Juventus vier Tore gegen einen italienischen Verein - drei davon innerhalb von vier Minuten und sieben Sekunden. „Das sind Momente, die mir in meinem Leben keiner mehr nehmen kann“, frohlockte Schlager.

Der ÖFB-Teamspieler hatte wenige Tage davor nach der Niederlage gegen den LASK noch gemeint, Salzburg sei nicht Barcelona. „Deshalb sind wir auch nicht ausgeschieden. Wir sind eher wie Roma“, scherzte Stefan Lainer in Anspielung auf der überraschende Champions-League-Out der Katalanen. Das zweite römische Team kam gegen Salzburg schwer unter die Räder. „Es ist wie im Märchen“, erklärte Lainer.

Selbst der ansonsten abgeklärte Trainer Marco Rose wirkte nach dem größten Erfolg in der Red-Bull-Ära (seit 2005) leicht verblüfft. „Wir haben bis zum 0:1 ein ordentliches Spiel gemacht. Was dann passiert ist, war außergewöhnlich“, sagte der Deutsche.

In der ersten Hälfte gab es für seine Mannschaft gegen ein souveränes Lazio praktisch kein Durchkommen. Als dann auch noch Ciro Immobile in der 55. Minute das 1:0 der Gäste erzielte, schien das Duell gelaufen - ehe Munas Dabbur 83 Sekunden später für den Ausgleich sorgte und schließlich die Tore von Amadou Haidara, Hwang Hee-chan und Lainer von der 72. bis zur 76. Minute alles auf den Kopf stellten. „Meine Mannschaft hat einen großartigen Fight und ein Topspiel abgeliefert“, meinte Rose.

Kampfgeist, Leidenschaft und Taktik
Der Erfolg war laut dem 41-Jährigen aber nicht nur auf Kampfgeist und Leidenschaft, sondern auch auf eine taktische Änderung zurückzuführen. „Wichtig war, dass wir einen guten Tiefgang über die Flügelspieler hatten. Damit haben wir Lazio ein bisschen überrascht. Wir haben damit auch mehr Räume als im Hinspiel vorgefunden“, erzählte Rose und berichtete von seiner persönlichen Weiterentwicklung. „Ich lerne in diesem Jahr durch die Europa League als Trainer enorm und bin dafür sehr dankbar.“

Lob für Rose gab es unter anderem von Lainer: „Wir sind taktisch vom Trainer sehr gut eingestellt worden.“ Auch das Publikum - die Red Bull Arena war mit knapp 30.000 Zuschauern ausverkauft - leistete seinen Beitrag. „Mit dem schnellen Ausgleich haben wir das ganze Stadion wachgerüttelt, das Stadion hat gebebt. Unglaublich, wie sie uns dann nach vorne gepusht haben. Wir haben uns in einen Rausch gespielt“, erklärte Lainer und sprach von einer „unglaublichen Mentalitätsleistung“ und „unbeschreiblichen Glücksgefühlen“.

Für den ÖFB-Teamspieler und seine Kollegen, die in dieser Saison so viele Europacup-Partien wie kein anderer Club absolviert haben, gehen die englischen Wochen damit weiter. Zunächst treten die „Bullen“ am Sonntag in Maria Enzersdorf gegen die Admira an, dann reisen sie nach Mattersburg zum Cup-Halbfinale, anschließend steht noch ein Heimspiel gegen Altach auf dem Programm, ehe am 26. April das Semifinal-Hinspiel der Europa League steigt - es warten also vier Partien binnen zwölf Tagen.

Angesichts dieses Zeitplans blieb am Donnerstag für ausschweifende Feierlichkeiten außerhalb der Kabine keine Zeit. Am Freitag um 11.00 Uhr war ein Regenerationstraining angesagt, schon knapp zwei Stunden davor drehte Kapitän Alexander Walke im Trainingszentrum seine Runden, während Valon Berisha auf dem Ergometer saß.

krone Sport
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