Mo, 25. März 2019
13.10.2009 15:23

Pflanzen als Beute

Vegetarische Spinne entdeckt

Sie fangen ihre Beutetiere in kunstvoll gewobenen Netzen oder bringen sie als blitzschnelle Jäger direkt zur Strecke. Alle 40.000 bekannten Spinnenarten leben räuberisch und verschmähen gewöhnlich Pflanzenkost - mit einer einzigen Ausnahme. Im Dschungel von Mittelamerika haben Forscher eine Spezies entdeckt, die sich fast ausschließlich vegetarisch ernährt: Bagheera kiplingi, benannt nach dem schwarzen Panther im Dschungelbuch und dem Autor des Werks.

"Das ist tatsächlich die erste Spinne, die gezielt Pflanzen jagt", sagt Christopher Meehan von der US-Universität Villanova, der die Tiere in Südmexiko beobachtete und zudem ihr Körpergewebe analysierte. "Selbst bei konservativster Schätzung deutet alles auf eine fast ausschließlich vegetarische Ernährung hin", so der Biologe.

Springspinne bevorzugt Akazienkost
Auch wenn Bagheera tierische Beute nur sporadisch verzehrt, ein Räuber ist sie auch. Denn der zu den Springspinnen zählende Achtbeiner hält sich bei der Nahrungssuche hauptsächlich an bestimmte Akazien. Dort locken neben dem Nektar vor allem die sogenannten Belt'schen Körperchen auf den Blattspitzen. Diese gehaltvollen Futterkörbe dienen eigentlich als Belohnung für jene Ameisen, mit denen die Akazien in Symbiose leben und die die Pflanzen vor Feinden schützen sollen.

Allein diese Belt'schen Körperchen stellen 90 Prozent der Spinnenkost, wie Meehan im Fachblatt "Current Biology" berichtet. Dabei überlistet die Spinne die Ameisenwächter mit Schnelligkeit und Finesse und labt sich außerdem noch an deren Brut: Fast die gesamte tierische Beute der Spinne besteht aus den Larven jener Ameisen, die die Akazien schützen sollen.

Männchen helfen bei Pflege der Brut
Die pflanzliche Ernährung geht mit zwei weiteren Eigenschaften einher, die im Spinnenreichen einmalig sind: Während alle anderen Spinnen ihre Beute außerhalb des Körpers verdauen und dann den Saft schlürfen, verzehrt Bagheera die pflanzlichen Fasern der Belt'schen Körperchen in fester Form.

Noch überraschender ist die zweite Entdeckung der Forscher: Sie haben Anhaltspunkte dafür gefunden, dass die männlichen Tiere bei der Pflege der Eier und der Jungspinnen aushelfen. Möglicherweise, so die Wissenschafter, habe die untypische Pflanzenkost die soziale Entwicklung der Tiere beeinflusst.

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