26.02.2018 17:22 |

Größer und moderner:

Neue Drogenambulanz für Kärnten

Kärnten erhält eine neue Drogenambulanz. Nach langer und komplizierter Standortsuche sowie einem dreijährigen Aufnahmestopp für neue Patienten eröffnet die Hilfseinrichtung am 12. März ihren neuen Standort in Klagenfurt. In Zukunft werden dort 700 anstatt 400 Therapieplätze zur Verfügung stehen.

„Es gab einige Hürden bei der Standortsuche. Wir waren nach Anrainerprotesten gezwungen, gleich dreimal zu wechseln“, erklärt Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Neben den Räumlichkeiten hat sich auch die Trägerstruktur geändert. Nach dem Magistrat Klagenfurt übernimmt die AVS Kärnten die Betreuung.

„Wir haben dreieinhalbfach mehr Platz als in derzeitigen Raumsituation. Ein multiprofessionelles Team steht im Einsatz. Die Zahl der Behandlungsplätze ist von 400 auf 700 aufgestockt worden“, erläutert Klaus Harter, AVS Kärnten-Geschäftsführer: „Die Erkrankungswahrscheinlichkeit sowie die Mortalitätsrate sollen gesenkt. Die Stabilisierung der psychischen und physischen Verfassung der Patienten wird gestärkt.“ Die „Hauptgegner“ der Therapeuten seien Heroin und Kokain. Zwei Drittel der Patienten seien Männer, das Durchschnittsalter liege zwischen 20 und 30 Jahren.

„Wir wollen die Behandlungsrate erhöhen, Süchtige in Behandlung bringen und auch dort halten“, erklärt Claudia Scheiber, ärztliche Leiterin des Ambulatoriums. Eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten soll die Ambulanzen zusätzlich entlasten.

„Eine weitere Herausforderung ist das Internet. Im Darknet können Drogen bestellt werden – und Jugendliche bekommen dort ihre Meinungsbildung“, so Barbara Drobesch-Binter, die Leiterin der Landesstelle Suchtprävention.

Christian Spitzer
Christian Spitzer
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