01.10.2009 18:25 |

"Sei doch froh!"

50 ¿ für vier Wochen "hackeln" - Junge werden ausgenutzt

Berufserfahrung sammeln und gleichzeitig Geld verdienen, das ist das Ziel vieler Schüler in den großen Sommerferien. Doch immer öfter werden Ferialpraktikanten von den Unternehmern nur ausgenutzt und mit einem Taschengeld abgespeist. Die meisten sind nicht angemeldet, also auch nicht unfallversichert!

Es war hart für den 17-jährigen Stefan T. Ein Monat am Bau, bei jedem Wetter. Da freute sich der Schüler zu Recht auf seinen Lohn. Doch nach vier Wochen wurde er mit 50 Euro abgespeist. „Das ist nur die traurige Spitze des Eisberges. Heuer mussten wir uns um 300 Jugendliche kümmern, die bei ihren Ferialjobs schlechte Erfahrungen gemacht haben“, wettert der Präsident der Arbeiterkammer (AK) Alfred Schreiner.

"Sei froh, dass du überhaupt arbeiten darfst!"
Die Unternehmer scheinen genau dort anzusetzen, wo sie den wenigsten Widerstand vermuten: bei den Jüngsten. „Sei doch froh, dass du überhaupt arbeiten darfst“, musste sich ein Mädchen anhören, als sie nach Wochen im Gastgewerbe nach ihrem Lohn fragte. „Oft bekamen die Teenager erst ihr Geld, nachdem wir interveniert haben“, so AK-Jugendreferent Simon Schumich. Er warnt davor, dass viele Betroffene nicht angemeldet werden: „Den Jugendlichen fehlt jede Absicherung.“

von Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

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