Schwester von Turpin:

„Ich hoffe, sie foltern sie bis an ihr Lebensende“

Ausland
20.01.2018 11:18

Es müssen unendliche Qualen gewesen sein, unter denen die 13 Kinder von David und Louise Turpin in dem Horror-Haus in Kalifornien gelitten haben. Fast täglich werden neue, grausame Details der Gefangenschaft bekannt. Während sich das Paar keiner Schuld bewusst ist, meldet sich jetzt die Schwester der 49-jährigen Louise, Teresa Robinette, zu Wort – und erklärt: „Ich hoffe, sie foltern sie bis an ihr Lebensende.“

Die Taten von David und Louise Turpin schocken nicht nur die Welt, sondern auch die Geschwister der 49-jährigen Horror-Mutter. Im Interview mit der „Daily Mail“ finden Teresa Robinette und Billy Lambert nun drastische Worte über ihre Schwester. „Ich hoffe, sie leidet genauso viel, wenn nicht noch mehr, als diese Kinder ertragen mussten“, erklärt Robinette im Gespräch mit der britischen Zeitung – und weiter: „Ich hoffe, sie foltern meine Schwester für den Rest ihres Lebens.“

Die Eltern der Kinder erwartet jetzt ein Prozess. (Bild: AFP)
Die Eltern der Kinder erwartet jetzt ein Prozess.

"Sie ist tot für mich"
Nachdem sie davon erfahren habe, was ihre Schwester und ihr Schwager getan haben sollen, habe sie eine Entscheidung getroffen, so Robinette: „Ich habe jetzt vier statt fünf Geschwister. Ich habe sie aus meinem Stammbaum gestrichen, sie ist tot für mich. Ich will nie mehr mit Louise sprechen.“ Turpins Halbbruder Billy Lambert hofft indes auf eine „lebenslängliche Haftstrafe“ für die Horror-Mutter. „Das ist kein kurzfristiger Ärger, ich ändere meine Meinung definitiv nicht“, so Lambert.

Die Geschwister schwören, dass sie von den Vorgängen im Horror-Haus in Kalifornien nichts mitbekommen hätten. Das habe nicht zuletzt daran gelegen, dass der Kontakt zu Louise Turpin nach der Hochzeit mit ihrem Ehemann im Jahr 1984 immer schlechter geworden sei. Selbst als ihre Eltern im Jahr 2016 im Abstand von wenigen Monaten starben, sei die verlorene Tochter nicht zu deren Begräbnissen gekommen.

(Bild: facebook.com, krone.at-Grafik)

Turpin kidnappte seine Teenager-Freundin 
Schon vor dem Jawort des Horror-Paares sei die Beziehung sehr turbulent gewesen. Louise habe sich hinter dem Rücken des Vaters mit David Turpin getroffen. Nur die Mutter der heute 49-Jährigen sei eingeweiht gewesen, so Robinette zur „Daily Mail“. Als Louise 16 gewesen sei, habe Turpin seine Teenager-Freundin schließlich ohne das Wissen ihrer Eltern „gekidnappt“, erinnert sich ihre Schwester zurück. „Eines Tages marschierte David in ihre Highschool und überredete die Mitarbeiter, sie aus der Schule auszuschreiben - und sie liefen davon.“ Mit seinem Auto seien sie mehr als 1600 Kilometer quer durchs Land gefahren, bevor das junge Pärchen von der Polizei aufgegriffen wurde, so Robinette weiter.

„Mein Vater war so wütend, dass meine Mutter ihr erlaubt hatte, David zu daten“, verrät Robinette Details aus ihrer Familiengeschichte. „Er griff zum Hörer und sagte Louise: ‚Das ist das Leben, das du willst, du bist erwachsen, ich liebe dich und werde immer dein Daddy sein, aber du kannst jetzt auf dich selbst aufpassen. Wenn es das ist, was du willst, dann kannst du es haben.‘ Also ließ er sie ihn heiraten.“ Die Hochzeit von Louise und David Turpin habe in ihrer Heimatgemeinde Princeton in New Jersey stattgefunden, nach der Trauung seien die beiden jedoch nach Texas gezogen, um ihr gemeinsames Leben zu starten.

Trotz des stürmischen Anfangs der Beziehung habe sie ihre Schwester damals um ihre anscheinend so perfekte Ehe beneidet, gesteht sich ihre Schwester rückblickend ein. „Ich dachte mir immer, sie führen dieses wohlhabende Leben. Sie verriet mir, dass er zu ihr sagte, dass, wenn sie mit ihm weglaufen und ihn heiraten werde, er ihr alles geben wolle, das sie will.“ 

In diesem Haus hielten die Eltern ihre 13 Kinder gefangen. (Bild: AFP)
In diesem Haus hielten die Eltern ihre 13 Kinder gefangen.

Letzten Sonntag hatte die Polizei in Kalifornien zwölf Kinder von Louise und David Turpin aus ihrem Haus in Kalifornien befreit, nachdem einer 17-jährigen Tochter die Flucht durch ein Fenster gelungen war. Die Kinder waren bei ihrer Befreiung so stark abgemagert, dass die Polizei alle für minderjährig hielt – obwohl sieben bereits erwachsen sind. 

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