Fr, 26. April 2019
28.12.2017 15:43

Eltern unter Schock

Wiener Schüler (17) an Meningitis gestorben

Ein 17-jähriger Wiener Schüler ist an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der tragische Fall ereignete sich bereits am 11. Dezember in einem Wiener Spital. Der Schüler der HTL Mödling hatte sich mit der Krankheit Meningitis angesteckt. Doch anstatt alle Schüler und Eltern darüber zu benachrichtigen, soll sich die Information auf die betroffene Klasse beschränkt haben. Die Elternschaft schäumt.

In der Klasse des 17-Jährigen herrscht Trauer. Leon R. aus Wien lebt nicht mehr. Schuld daran soll ein bösartiger Virus gewesen sein. Bereits zwei Tage nach seinem plötzlichen Tod soll die Bezirkshauptmannschaft samt Direktion ein Informationsschreiben an betroffene Schüler und Eltern verfasst haben, jedoch nur in dieser Klasse.

"Alle anderen wurden nur durch Getuschel über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Das Vorgehen der Verantwortlichen ist ein Skandal", sagt Christian Höbart, FPÖ-Nationalratsabgeordneter und Vater eines Schülers der HTL Mödling.

Anders sieht die Sache der zuständige Bezirkshauptmann Philipp Enzinger: "Der Notfallplan bei solchen Fällen sieht eine Information im gefährdeten Umfeld vor. Es wurden alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen", sagt Enzinger. Für Höbart ist das keine ausreichende Erklärung: "Keiner kennt die Hintergründe, hier braucht es Aufklärung."

Tod kann innerhalb von 24 Stunden eintreten
Auch im Vorjahr war eine Wiener Schülerin trotz Behandlung im Krankenhaus an der durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Meningokokken-Meningitis gestorben. Innerhalb von 24 Stunden kann der Tod eintreten, vor allem bei den Jüngsten passiert das oft rasch.

Bis zu 100 Fälle jährlich werden bundesweit gezählt. 2015 waren es 27, davon sieben in der Hauptstadt. Zwei Personen verstarben. Zahlreiche Mediziner sehen derzeit die Notwendigkeit einer möglichst frühen Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendlichen. Für Jugendliche ist die Prophylaxe aktuell kostenlos, bei Kindern unter zehn Jahren werden je nach Impfstoff zwischen 70 und 110 Euro verrechnet, obwohl die Empfehlung ab dem zweiten Lebensmonat gilt.

Meningokokken-Infektionen gelten hierzulande als die häufigste Ursache für bakterielle Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen, bis zu zwei Menschen pro Woche erkranken im Schnitt. Oft ist die Krankheit aufgrund der unspezifischen Symptome und sehr jungen Patienten zu Beginn schwer zu erkennen.

Einer von zehn Patienten stirbt
Selbst bei bestmöglicher medizinischer Versorgung stirbt etwa einer von zehn Patienten. Jeder Fünfte leidet dauerhaft an schweren Folgeschäden wie Amputationen, Gehörverlust oder bleibenden Hirnschäden. Am meisten gefährdet von der plötzlich auftretenden Infektion mit raschem Verlauf sind Säuglinge.

Bis zu ein Fünftel der Bevölkerung trägt Meningokokken in sich, sehr häufig ohne Symptome, aber als Überträger. Verursacher sind Bakterien, von denen es verschiedene Typen gibt. In Österreich am meisten verbreitet ist der Typ B, gefolgt von C und Y. Meist treten zunächst grippeähnliche Symptome auf, gefolgt von starken Kopfschmerzen, hohem Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Nackensteifheit und meist punktförmigen Hautblutungen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zehn Tage.

Josef Poyer, Kronen Zeitung/krone.at

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