27.12.2017 13:58 |

Schwangere entlassen

Wirt muss Kellnerin jetzt 20.000 Euro zahlen

Sein menschenunwürdiges Handeln kommt einem niederösterreichischen Gastronomen jetzt teuer zu stehen: Er hatte ein in seinem Gasthaus im südlichen Niederösterreich beschäftigtes Paar entlassen, nachdem er von der Schwangerschaft der Frau erfahren hatte. Die beiden verloren dann auch von einem Tag auf den anderen ihre Dienstwohnung. Jetzt entschied das Gericht: Der Arbeitgeber muss dem Paar 20.000 Euro zahlen.

"Die beiden erhalten jetzt 20.000 Euro Lohnnachzahlung und Entschädigung", teilte die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ), die das Paar bei einer Klage unterstützte, am Mittwoch in einer Aussendung mit. Laut AKNÖ-Präsident Markus Wieser hatte die Frau mit ihrem Freund als Küchengehilfen gearbeitet, für die Vollzeitbeschäftigung erhielten sie monatlich 1000 Euro netto. Als Ausgleich gab es ein Gasthauszimmer als Dienstwohnung über dem Lokal.

Dann wurde die Frau schwanger, ihr Partner erlitt einen Leistenbruch in der Arbeit. Anfang Jänner 2015 beendete der Chef das Arbeitsverhältnis für beide fristlos. Die Betroffenen standen mitten im Winter auch ohne Wohnung da und kamen bei Bekannten unter.

Das Paar wandte sich an die AK Niederösterreich, mittels Rechtsschutz wurde der ehemalige Arbeitgeber auf 20.000 Euro geklagt. Den Großteil des Betrages macht laut AK der Lohnentgang der schwangeren Mitarbeiterin aus: Sie stand unter Kündigungsschutz.

Das Verfahren dauerte mehr als zwei Jahre, nun gibt es ein rechtskräftiges Urteil. Der Unternehmer muss demnach den vollen Betrag nachzahlen. Die Frau - mittlerweile Mutter eines gesunden Buben - und ihr Freund haben laut AK einen neuen Arbeitsplatz in der Gastronomie gefunden. Dort werden sie nach Kollektivvertrag bezahlt.

 

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