Sa, 20. April 2019
22.12.2017 10:25

Lauscht ungewollt

Amazons Alexa hat ein viel offeneres Ohr

Alexa hat offenbar ein weitaus offeneres Ohr als Nutzern der digitalen Sprachassistentin von Amazon lieb sein dürfte. Denn wie deutsche Konsumentenschützer jetzt herausfanden, reagiert Alexa nicht nur auf ihr Signalwort, sondern auch auf ähnlich klingende Begriffe. So könne es passieren, dass unbeabsichtigt Unterhaltungen aufgezeichnet und an Amazon übertragen werden, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Smarte Lautsprecher mit digitalen Sprachassistenten wie Amazons Alexa sind mit dem Internet verbunden und haben stets ein offenes Ohr, um auf mögliche Sprachbefehle reagieren zu können. Aufgezeichnet und auf die Server des Anbieters übertragen werden die Befehle aber – laut Amazon – erst, wenn Alexa das festgelegte Signalwort erkennt. Die Verbraucherschützer machten die Probe aufs Exempel und stellten dabei fest: Alexa kann auch reagieren und aufzeichnen, wenn nicht genau das Signalwort, sondern ein ähnliches Wort genannt wird.

Demnach aktivierte sich der Sprachassistent bereits ungewollt, wenn die Testpersonen "Alexander" anstelle von "Alexa" am Satzanfang verwendeten, aber auch, wenn ähnlich klingende Worte mitten im Satz genutzt wurden – etwa bei der Aussage "Ich möchte unbedingt Urlaub am Amazonas machen". In Einzelfällen habe die Assistentin auch auf starke Abwandlungen wie "komm Peter" statt "Computer" reagiert, so die Verbraucherzentrale. Dies zeige, dass Alexa auch ganz alltägliche Gesprächsinhalte aufzeichnen könne, die gar nicht für sie bestimmt seien.

Die Konsumentenschützer sehen das kritisch, "denn durch das ungewollte Aufzeichnen von Gesprächen kann Amazon Einblick in die Privatsphäre nehmen, ohne dass der Nutzer dies möchte – im Zweifel bekommt er es nicht einmal mit."

Wer mehr Kontrolle darüber haben wolle, wann Alexa reagiert, könne über die Toneinstellungen in der Alexa-App einen Ton aktivieren, der immer dann abgespielt werde, wenn der Sprachservice aktiviert werde ("Start der Anfrage") und Sprachaufzeichnungen weiterleite, empfehlen die Experten. Ebenso lasse sich ein "Endton" einstellen, der das Ende der Aufzeichnung signalisiere.

 krone.at
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