Mi, 20. Juni 2018

Angst vor Ärzten?

27.05.2009 14:33

Krankenhaus für Teddybären im Rathaus

Die Volkshalle des Wiener Rathauses ist am Mittwoch kurzfristig zum Krankenhaus umfunktioniert worden. Für Patienten aus Fleisch und Blut war die temporäre Versorgungseinrichtung allerdings nicht gedacht. Vielmehr konnten Kinder ihre in Mitleidenschaft geratenen oder an imaginären Krankheiten laborierenden Teddybären mitbringen und von Medizinstudenten in Untersuchungsräumen, Operationssaal und Zahnklinik behandeln lassen.

Die Aktion solle jungen Menschen die Angst vor Ärzten nehmen, erklärte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) bei ihrer Kurzvisite im Teddy-Spital. Organisiert wurde die Initiative von der "Austrian Medical Students' Association" (AMSA) in Kooperation mit der Stadt Wien und dem Samariterbund. Sie fand heuer bereits zum fünften Mal statt.

Wartezimmer, Erstuntersuchung und Operationssaal
Bereits am Vormittag herrschte im improvisierten "Wartezimmer" reger Andrang. Anfangs ging es zur "Erstuntersuchung", bei der nicht nur Krankheit beziehungsweise Verletzung diagnostiziert, sondern auch Alter, Größe, Gewicht und Fellfarbe des therapiebedürftigen Stofftieres ermittelt wurden. Je nach notwendiger Behandlung wurden die kleinen Eltern dann in die Zahnklinik, in den OP-Saal oder gleich zur Apotheke weitergeschickt.

Kinder können Doktoren assistieren
Die Kinder durften dabei nicht nur ihren Lieblingen die Hand respektive die Pfote halten, sondern - mit Mundschutz ausgerüstet - auch den Doktoren assistieren. Unter fachkundiger Anleitung wurden Verbände angelegt, Nadelstiche gesetzt, Injektionen verabreicht oder ein EKG durchgeführt. Für alle Fälle standen zudem Infusionen oder Nierentassen bereit. Mit dem entsprechenden Rezept wurden dann weniger die Patienten als ihre Eltern mit Zuckerln, Gummibären und buntem Heftpflaster versorgt.

Mit dem Teddy-Krankenhaus, wo auch Krokodile, Kobolde oder Puppen aufgenommen wurden, wollen die rund 40 ehrenamtlich engagierten Studenten auf die Wichtigkeit der Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten hinweisen, wurde betont. Längerfristige stationäre Behandlungen konnten jedenfalls nicht verordnet werden: Das Krankenhaus wird ab 18 Uhr wieder seine Pforten schließen.

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