Mo, 20. August 2018

"Absicherung"

21.02.2009 16:35

Bei Zahlungsverzug droht Strafkaution

Monika H. ist geschockt: Nach 26 Jahren als Kunde der Wien Energie flatterte der Rentnerin aus der Landstraße plötzlich eine Aufforderung ins Haus. Entweder sie überweise umgehend 510 Euro als Sicherstellung, weil sie Rechnungen verspätet eingezahlt habe. Oder es werde der Strom abgedreht. Kein Einzelfall, wie sich herausstellt.
"Auch wir müssen uns gegen Ausfälle absichern. Das ist so ähnlich wie bei einer Wohnungskaution", meint der Wien-Energie-Sprecher Christian Ammer. Bei Menschen mit schwacher Bonität würden in der Regel 3 Monatsraten in Rechnung gestellt. Das Geld gehe auf ein Treuhandkonto und werde nach Vertragsende mit Zinsen zurückgezahlt, so Ammer.

"Das Vertragsende ist bei mir der Tod", kontert Monika H., die sich schon die laufenden Raten von den Fingern abspart. Und nun müsse sie zusätzlich eine Kaution aufbringen? Ammer spricht von wenigen tausend Fällen (bei 1 Million Kunden), bei denen Sicherstellungen verlangt werden. Die Lage könnte sich aber dramatisch zuspitzen, wenn der lange Winter die Heizkosten in die Höhe schnellen lässt und die Zahlungsmoral durch die Wirtschaftskrise sinkt.

"Man kann mit uns über Ratenaufschübe verhandeln. Und wir legen gerne die Rutsche zur Schuldnerberatung oder Hilfsorganisationen", so Ammer. Harte Kritik kommt von ÖVP-Stadtrat Norbert Walter: "Hier zeigt sich wieder einmal die eiserne Faust des Monopolisten, der nur an Gewinnmaximierung denkt."

Von Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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