RTL in Marburg

Maze schafft Heimsieg – ÖSV-Damen schwach

Sport
12.01.2009 15:08
Mehr als drei Jahre nach ihrem letzten Sieg in einem Weltcup-Riesenslalom feierte die Slowenin Tina Maze am Samstag in Marburg ihr Comeback auf dem höchsten Treppchen des Siegespodests. Hatte sie sich im ersten Durchgang mit der hohen Startnummer 20 als Zweite zunächst "nur" eine gute Ausgangsposition erarbeitet, gab es im Finale für sie gar kein Halten mehr. Die 25-Jährige erinnerte mit klarer Laufbestzeit an ihre Glanzzeiten als Seriensiegerin im Weltcup und distanzierte die Halbzeitführende, Denise Karbon aus Italien, und die Deutsche Kathrin Hölzl am Ende deutlich. Die ÖSV-Damen enttäuschten dagegen, beste Österreicherin wurde Kathrin Zettel als Elfte (+1,97).

Viereinhalb Wochen vor dem WM-Riesentorlauf in Val d'Isere haben Österreichs Ski-Damen damit das schlechteste Weltcup-Ergebnis in dieser Disziplin seit fast zwei Jahren eingefahren. Damals war Elisabeth Görgl in Cortina d'Ampezzo - wie nun Zettel in Marburg -Elfte geworden. Gerissen ist damit auch die ÖSV-Podest-Serie in dieser Disziplin, zuletzt war am 28. Dezember 2007 in Lienz keine Österreicherin unter den Top Drei gewesen.

Eisige Verhältnisse
Die 25-jährige Maze dagegen gewann vor 7.000 Zuschauern ihr siebentes Weltcuprennen und kam mit den extrem eisigen Verhältnissen von allen Läuferinnen offensichtlich am besten zurecht ("Ich wusste, dass ich ganz vorne sein kann"). Karbon, die Seriensiegerin des Vorjahres und Titelverteidigerin im Disziplinen-Weltcup, musste der Slowenin als Halbzeitführende am Ende den Vortritt lassen.

Im Spezialweltcup führt weiterhin die Finnin Tanja Poutiainen, mit Tagesrang vier hat sie den Vorsprung auf die Niederösterreicherin Zettel auf 59 Punkte ausgebaut. Im Rennen um den Gesamtweltcup liegt unverändert die Deutsche Maria Riesch (RTL-12. am Samstag) vor Poutiainen und der US-Amerikanerin Lindsey Vonn (RTL-7.) voran.

Magenkranke Zettel holt Maximum heraus
Eine schwierige Aufgabe hatte das ÖSV-Damenteam zu bewältigen, das nach den verletzungsbedingten Ausfällen der Top-Technikerinnen Marlies Schild und Nicole Hosp alle Hoffnungen auf Zettel setzte, deren Antreten im längsten und kräfteraubendsten Riesentorlauf der Saison wegen einer Immunschwäche allerdings sogar fraglich gewesen war. Am Ende war die Entscheidung für den Start die richtige, wie die 22-Jährige meinte: "Es war annähernd das Maximum, das ich heute erreichen konnte. Ich habe wichtige Punkte gemacht. Ich wollte nicht zu viel auf Tanja verlieren."

Bereits im zweiten Lauf, in dem Zettel auf die fünftschnellste Zeit kam, sei es ihr körperlich spürbar besser gegangen. "Ich habe mich wirklich gut ausgeruht in der Pause. Ich habe einen Tee mit ins Zimmer genommen, habe meine Zehen in heißes Wasser gehalten, mich aufs Bett gelegt und ferngesehen. Ich habe mich entspannt und versucht, auf andere Gedanken zu kommen", erzählte Zettel, die nach dem ersten Lauf bei der im Zielraum herrschenden bitteren Kälte schnell den Weg ins Warme gesucht hatte. So habe sie ihre Energie sammeln können, was dann ganz gut funktioniert habe.

Schwache ÖSV-Teamleistung
Hinter Zettel kamen noch Michaela Kirchgasser (18.) und Andrea Fischbacher (23.) in die Punkteränge, Vorjahressiegerin Elisabeth Görgl fuhr nach einem Sturz (Innenski-Fehler) zwar ins Ziel und klassierte sich als 28., bekam aber wegen zu großen Rückstands keine Punkte. Eva-Maria Brem (33.), Stefanie Köhle (35.), Anna Fenninger (38.), Regina Mader (41.), Silvia Berger (49.) und Karin Hackl (56.) hatten die Qualifikation für die Top 30 und damit den zweiten Durchgang verpasst.

Die Österreicherinnen schienen in Marburg allesamt im ersten Lauf von den eisigen Pistenverhältnissen etwas überrascht. "Wir wussten, dass es glatt ist, aber ein bisserl griffiger hätte ich es mir schon vorgestellt. Wir haben auch auf Eis trainiert und dort immer  guten Grip gehabt, deshalb waren wir auch alle sehr überrascht", sprach Kirchgasser an, dass im ersten Durchgang bei der einen oder anderen Läuferin möglicherweise auch das Material-Setup nicht hundertprozentig gepasst hatte.

Endstand:

1.Tina MazeSLO2:45,15 Minuten
2.Denise KarbonITA2:45,54
3.Kathrin HölzlGER2:46,07
4.Tanja PoutiainenFIN2:46,35
5.Manuela MölggITA2:46,37
6.Lara GutSUI2:46,62
7.Lindsey VonnUSA2:46,67
8.Maria Pietilä-HolmnerSWE2:46,97
9.Karen PutzerITA2:47,04
10.Anja PärsonSWE2:47,10

Weiters:

11.

Kathrin Zettel

AUT

2:47,12 Minuten

18.

Michaela Kirchgasser

AUT

2:47,97

23.

Andrea Fischbacher

AUT

2:49,28

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