Der wahre Sieger des Lokalschlagers, der in spektakulären 17 Spielminuten Treffer durch Joachim Standfest (35.), Milenko Acimovic (39.) bzw. Steffen Hofmann (40.) und Erwin Hoffer (52.) lieferte, war aber Red Bull Salzburg. Der bereits feststehende Winterkönig hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Titelverteidiger Rapid.
Böser Patzer von Safar
Die erfolgreiche grün-weiße Derby-Aufholjagd ermöglicht hat ausgerechnet Austria-Schlussmann Szabolcs Safar, ansonsten eigentlich ein verlässlicher Fels in der Brandung und durch nichts und niemanden aus der Fassung zu bringen. Diesmal leistete sich der 34-Jährige einen groben Schnitzer, ließ einen harmlosen weiten Pass von Marcel Ketelaer fallen und ermöglichte damit den Ausgleich durch Hoffer.
"Mein Fehler hat uns den Sieg gekostet, das war ein klassisches Blackout. Schade, aber auch das gehört zum Fußball dazu", meinte Safar nach Schlusspfiff zerknirscht. Ausgerechnet in jener Partie, in der die Austria-Fans den im Stadion anwesenden Vorgänger Joey Didulica immer wieder mit Sprechchören feierten, zeigte der Routinier Nerven.
Vorwürfe aus den eigenen Reihen gab es jedoch keine. "Safar hat uns schon viele Punkte gerettet und ist für mich vielleicht sogar der stärkste Torhüter in Österreich. Er hatte diesmal einfach einen schlechten Tag", stärkte Austria-Trainer Karl Daxbacher seinem Einsergoalie den Rücken. "Niemand von uns wird ihm den Fehler vorwerfen. Er hat uns schon viele Punkte gerettet. Das wird er wegstecken", erklärte auch Standfest, den viel mehr "das schülerhafte Verhalten" beim 1:2 Sekunden nach der 2:0-Führung ärgerte.
"Man muss sein Haus zusperren"
Acimovic drückte den allgemeinen violetten Ärger über den verspielten Erfolg so aus: "Wenn man in einem großen Match wie Austria gegen Rapid 2:0 führt, dann muss man sein Haus zusperren und cleverer sein. Aber wir haben in diesem Match wieder sehr viel dazugelernt."
Eine Bewachung der ganz speziellen Art hat diesmal wieder Rapid-Kapitän Hofmann "genossen". Wie bei der 0:2-Niederlage am 11. November wich auch diesmal Fernando Troyansky, Austrias Mann für spezielle Fälle, nicht von seiner Seite. Diesmal konnte sich der Deutsche gegen den Argentinier besser in Szene setzen, das sah auch Pacult wohlwollend.
"Ich bin kein Lehrer, der jemanden erzieht"
"Steffen hat sich mit der Situation im Vorfeld des Spiels intensiv auseinandergesetzt und sie von Anpfiff weg dank extrem viel Laufarbeit gut gelöst", so der Rapid-Coach. Verschnupft hat Pacult hingegen auf die Frage reagiert, ob die Auswechslung von Andreas Dober nach nur 37 Minuten eine erzieherische Maßnahme gewesen sei. "Ich bin kein Lehrer, der jemanden erzieht. Dober hatte Probleme mit seinem Gegenspieler (Acimovic, Anm.), es wird doch noch erlaubt sein, einen Spieler wegen einer schlechten Performance auszutauschen."
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