Gleichzeitig zeigte sich der Präsident des FC Bayern München, der als deutscher Vertreter im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sitzt, verwundert über die von FIFA-Präsident Joseph Blatter ins Spiel gebrachten Alternativpläne. "Ehrlich gesagt war das auch für mich überraschend", betonte Beckenbauer.
Blatter verblüfft Beckenbauer
Am vergangenen Mittwoch hatte Blatter die Zweifel an der ersten WM auf afrikanischem Boden genährt und den Druck auf Südafrika erhöht, indem er drei Länder als mögliche Alternativ-Gastgeber für die Endrunde in zwei Jahren ins Spiel brachte. "Ich habe mit drei Ländern gesprochen, die in der Lage sind, innerhalb eines Jahres die WM zu organisieren", hatte der Schweizer dem englischen Sender "Sky News" gesagt, ohne die Namen der Länder zu nennen.
"Afrikaner sind keine Europäer"
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als WM-Ausrichter 2006 stellte daraufhin klar, nicht zu dem Trio zu gehören. "Ich sitze ja selbst im Exekutivgremium der FIFA. Aber ich kenne Blatters Kandidaten gar nicht", sagte der verblüffte Beckenbauer dazu weiter. Er trat dafür ein, trotz der bekannten Mängel an Südafrika als WM-Ausrichter festzuhalten. "Sicher, die Afrikaner sind keine Europäer, und es hängt einiges nach, was die Infrastruktur angeht. Da ist noch nicht alles hundertprozentig. Einige Projekte sind in Verzug, und die Südafrikaner müssen etwas angetrieben werden. Aber ich sage: Gebt denen eine Chance", forderte der "Fußball-Kaiser".
Die Debatte war erneut aufgekommen, nachdem die Organisatoren in der Vorwoche den Stadion-Neubau in Port Elizabeth als Austragungsort für den Confederations Cup 2009 gestrichen hatten. Sie gingen davon aus, dass die Arena erst nach der gesetzten Frist Ende März fertiggestellt sein würde - was die städtischen Bauherren allerdings bestreiten. Blatter hatte stets betont, dass das Turnier ein Jahr vor der WM der Moment der Wahrheit für Südafrika sein werde. Sollte die WM-Generalprobe misslingen, könnten Alternativpläne aus der Schublade kommen.
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