Späte Genugtuung

Knauß bekommt von US-Firma Schadenersatz

Sport
14.05.2008 17:05
Fast drei Jahre nach seinem von einem positiven Nandrolon-Dopingtest erzwungenen Karriere-Ende hat Ex-Skirennläufer Hans Knauß eine späte Wiedergutmachung erfahren. Der 37-jährige Steirer hat sich mit dem von ihm geklagten US-Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller "Ultimate Nutrition" sowie dessen Rohstoff-Lieferanten kurz vor der Hauptverhandlung in Connecticut (USA) finanziell geeinigt. Details des außergerichtlichen Vergleichs wurden nicht bekannt gegeben.

Für Knauß ist die Doping-Affäre damit spät, aber endgültig erledigt, er wird keine weiteren Ansprüche anmelden. "Damit ist es vorbei. Ich werde keinen Menschen mehr klagen. Ich bin einfach nur froh, dass es endlich vorbei ist", so Knauß, der am kommenden Wochenende wieder als Autorennfahrer in Monza startet. Über die Höhe der Einigung, die nicht unbedingt als Schuldeingeständnis des schon mehrfach von Sportlern erfolgreich geklagten Herstellers gewertet werden darf, wurde Stillschweigen vereinbart.

Sowohl der Ex-Rennläufer aus dem WM-Kandidatenort Schladming als auch dessen US-Anwalt Howard Jacobs sprachen von einem zufrieden stellenden Ergebnis. "Der Ausgang ist äußerst positiv für mich", bekräftigte Knauß, für den besonders wichtig war, dass so wie bereits vom obersten Sportgericht, nun auch in den USA nach seinen Angaben vorsätzliches Doping ausgeschlossen wurde. Man kann davon ausgehen, dass Knauß zumindest eine der zwei verlorenen Saisonen finanziell ersetzt wurde.

Knauß hatte immer bestritten, gedopt zu haben
Der frühere Kitzbühel-Sieger und Bruder des mehrfachen Profi-Weltmeisters Bernhard Knauß hatte - wie viele andere Sportler - stets beteuert, nicht vorsätzlich gedopt zu haben und Opfer eines von ihm seit dem Jahr 2000 problemlos verwendeten, verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels geworden zu sein. Dennoch war der Österreicher wegen eines im November 2004 nach der Abfahrt in Lake Louise/Kanada abgelieferten positiven Dopingtests (Nandrolon) von der FIS für 18 Monate gesperrt worden. Man habe die Aktiven ausdrücklich vor der Verwendung solch gefährlicher, weil eventuell kontaminierter Mittel gewarnt, hieß es damals u.a. in der Begründung.

Wegen der Sperre verpasste Knauß auch die WM 2005 in Bormio. Als dann auch der Oberste Sportgerichtshof CAS im Juli 2005 die angestrebte Reduzierung auf 12 Monate ablehnte und dieses Urteil über eineinhalb Jahre trotz "nur geringer Nachlässigkeit des Sportlers" und der aktiven Mithilfe von Knauß bei der Aufklärung der Affäre bestätigte, trat Knauß am 20. Juli 2005 zurück und verklagte im darauf folgenden Oktober das in Connecticut beheimatete Unternehmen "Ultimate Nutrition".

Zweite Karriere als Kommentator und Autorennfahrer
Seit seinem Rücktritt ist Knauß als Co-Kommentator und Experte bei alpinen Skirennen im ORF-Fernsehen im Einsatz, außerdem hat der Familienvater eine semiprofessionelle Karriere als Autorennfahrer gestartet. Heuer bestreitet Knauß seine zweite Saison mit dem österreichischen S-Berg-Team in der FIA-GT3-EM.

Knauß war in seiner aktiven Karriere wegen seines gewinnenden Wesens stets ein Publikumsliebling gewesen, obwohl dem Kitzbühel-Sieger 1999 sportlich der ganz große Wurf stets versagt geblieben gewesen ist. Vielmehr blieb Knauß als ein sympathischer Rennfahrer in Erinnerung, der viele große Erfolge um einen Hauch verpasste.  

Sieben Weltcupsiegen stehen Silbermedaillen im Riesentorlauf bei der WM 2003 in St. Moritz sowie im Olympia-Super-G 1998 in Nagano gegenüber. In WM-Super-G von Vail 1999 verpasste Knauß im Super G mit nur einer Hundertstel-Sekunde Rückstand auf Hermann Maier und den Norweger Lasse Kjus Gold und gewann "nur" Bronze.

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