Strenge Regeln

Verhaltenskodex soll für Ruhe im Team sorgen

Fußball
09.05.2008 15:48
Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat am Donnerstag die erste Zusammenkunft der Nationalmannschaft in Lindabrunn dazu genützt, seine Spieler noch vor dem ersten gemeinsamen Training mit jenem Verhaltenskodex zu konfrontieren, der sie in den kommenden Wochen bis zur und während der EURO leiten soll. Er sieht seine Regeln als "Selbstverständlichkeiten" und erwartet, dass sie strikt befolgt werden.

Von seinen Spielern fordert "Hicke" vor allem "Pünktlichkeit" in allen Bereichen. Nicht nur beim Training, auch bei der Massage, dem Essen,... "Respekt" ist ein weiteres Schlüsselwort in der Gebotsliste, schließlich hätten die Spieler eine Vorbildfunktion zu erfüllen. "Respekt vor allen, auch dem Personal im Hotel, dem Masseur und dem Zeugwart", sagte Hickersberger. "Aber auch untereinander in den Trainingseinheiten."

Sich und seinen Spielern möchte Hickersberger jedenfalls einen freien Kopf verschaffen. Journalisten sollen ihre Kommunikation mit dem Team auf Pressetermine beschränken, die Kicker das Studium von Zeitungen etwa beim Essen unterlassen. "Das könnte sich sonst auf den Magen schlagen", erklärte der 60-Jährige schnippisch.

Prostituierte und Spielerberater nicht erwünscht
Erwartungsgemäß ist auch nicht jedermann am jeweiligen Aufenthaltsort erwünscht: "Es gibt personae non gratae", stellte Hickersberger klar. "Dazu zählen nicht nur Prostituierte, sondern auch Spielermanager oder -berater." Ehefrauen, Freundinnen und Kinder dürfen freilich empfangen werden, allerdings gilt hier zu beachten: "Nur in der Hotel-Lobby oder im Aufenthaltsraum. Da muss jeder vernünftig sein."

Karten- oder Würfelspiel nach Mitternacht verboten
Der Zapfenstreich ist für 22.30 Uhr terminiert. Wer nach Mitternacht noch "ein gutes Buch" lesen will, hat Hickersbergers Segen, "wer allerdings würfelt oder Karten spielt, für den ist ,game over'", stellte der Coach klar. Auch in der Frage der mobilen Telefonie gibt es Restriktionen. "Sinnvoll" müsse mit den Geräten umgegangen werden, "bei Pressekonferenzen, beim Essen oder in der Kabine hat das Handy ausgeschaltet zu sein".

Ein Problem, das sich dem Trainer bei der WM 1990 in Italien nicht stellte. "Eigentlich hat sich gegenüber damals nichts Wesentliches geändert. Ich habe die Regeln etwas modernisiert. So muss sich jeder verletzte Spieler eine Stunde vor dem Training beim Arzt melden. Außerdem müssen auch alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gemeldet werden, damit wir bei Dopingkontrollen gut schlafen können", sagte Hickersberger.

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