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21.09.2017 - 05:21
Foto: Horst Einöder

Landwirte demonstrieren für gerechte Preise

27.04.2009, 14:18
Bessere Preise für ihre Erzeugnisse und Leistungen haben Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern bei einer Demonstration mit Kühen und Traktoren am Montag in Linz gefordert. Um die Konsumenten als Verbündete zu gewinnen, verteilten die Landwirte gratis Salzstangerl und Milchprodukte. Die Kundgebung am Hauptplatz wurde vom Bauernbund organisiert.

Beim Aufmarsch waren Sprechchöre wie "Lebt der Bauer, lebt das Land, lebt das Land, lebt die Wirtschaft, lebt die Wirtschaft, leben wir alle" zu hören. Auf der Forderungsliste standen neben gerechten Preise unter anderem mehr Geld für die Bewerbung von österreichischen Produkten und ein Verbot von Kunstkäse. Von der Europäische Union wird mehr Selbstbestimmung in der Agrarpolitik und eine klare Produktkennzeichnung gefordert.

"Größte Bauern- Demo, die OÖ je gesehen hat"

"Wenn Bauern auf die Straße gehen, hat das Land allen Grund sich Sorgen zu machen" - mit diesen Worten begrüßte ÖVP- Agrarlandesrat Josef Stockinger die Teilnehmer der "größten Bauerndemonstration, die Oberösterreich je gesehen hat".

Müll teurer als Getreide

Landeshauptmann Josef Pühringer dankte den Bauern unter anderem für ihren Einsatz für die Landschaftspflege. "Dem haben wir zu verdanken, dass unser Land Tourismusland erster Güte ist". Landesbäuerin Annemarie Brunner rechnete vor: "Eine Tonne Müll kostet doppelt so viel wie eine Tonne Getreide - da stimmt etwas nicht". Und auch der Landesobmann des Bauernbundes und Präsident der Landwirtschaftskammer, Hannes Herndl, kritisierte die schlechten Rahmenbedingungen für die heimischen Landwirtschaftsbetriebe: "Wenn weiter nur die Gewinnmaximierung das oberste Ziel ist, dann hat Landwirtschaft keine Zukunft mehr." Die Kritik richtete sich unter anderem gegen die Handelsbetriebe, der Appell - österreichische Qualität zu kaufen - ging an die Adresse der Konsumenten.

Protestfahrten folgen am Mittwoch

Die Organisatoren der Demonstration schätzten die Teilnehmerzahl auf rund 4.000, die Polizei ging von etwa 2.000 aus. Wenn der Protest keine Wirkung zeigen sollte, werde man in weiteren Aktionen wieder auf sich aufmerksam machen, so der Obmann des Bauernbundes. Für kommenden Mittwoch planen die Milchbauern in ganz Europa Protestfahrten, auch in Wien findet eine Sternfahrt zum Parlament und anschließend zum Landwirtschaftsministerium statt.

SPÖ- Bauern: "Reiner Populismus"

Die SPÖ- Bauern kritisieren, dass die Demonstration am Hauptplatz rein populistischen Zwecken diene und den Bauern nichts helfe. Denn immerhin habe der Bauernbund seit Jahrzehnten in allen Gremien der Bauernvertretung die klare Mehrheit. Nicht nur im Nationalrat und im Landtag, sondern vor allem in den Molkerei- oder Lagerhausgenossenschaften, also dort, wo die Preispolitik gemacht werde.

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