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21.08.2017 - 17:07
Foto: APA/Barbara Gindl

Kohl und Hoffmann drohen Haftstrafen

18.05.2009, 17:08
Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt nicht nur gegen den Mühlviertler Christian Hoffmann, Langlauf-Olympiasieger im Massenstartbewerb über 30 Kilometer Skating von Salt Lake City 2002, sondern auch gegen den mittlerweile des Dopings überführten und gesperrten Radprofi Bernhard Kohl wegen der Beihilfe zum Doping. Die beiden sollen sich gemeinsam mit dem dänischen Radprofi Michael Rasmussen am Ankauf einer Blutzentrifuge beteiligt haben, die die "Soko Doping" beim Sportmanager Stefan Matschiner aus Laakirchen sicherstellen konnte. Den Sportlern drohen Haftstrafen von bis zu sechs Monaten.

Das Trio soll das Gerät nicht nur zum Eigengebrauch verwendet, sondern - womöglich gegen Entgelt - auch anderen Interessenten zur Verfügung gestellt haben. Das wäre nach heutiger Gesetzeslage gerichtlich strafbar, falls den Sportlern eine aktive Beteiligung an der Weitergabe der Maschine nachgewiesen werden kann. "Wir ermitteln gegen alle, die sich am Kauf dieser Maschine beteiligt haben und damit möglicherweise als Mittäter am Blutdoping infrage kommen", bestätigte Gerhard Jarosch, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien.

"Sollte es zutreffen, wäre er ein Volltrottel"

Klaus Leistner, Geschäftsführer und Generalsekretär des ÖSV, betonte am Sonntag, dass für Hoffmann die Unschuldsvermutung gelte, sprach aber auch Klartext, falls die Vorwürfe gegen den Staffelweltmeister von Ramsau 1999 der Realität entsprechen sollten: "Sollte es zutreffen, wäre er ein Volltrottel. Es ist aber auch ein Beweis dafür, dass es so etwas im ÖSV nicht gibt, denn sonst müsste er ja nicht woanders hingehen."

Hoffmann bestreitet alle Vorwürfe und will Matschiner überhaupt nur einmal - wegen eines Sponsorvertrages - gesprochen haben. "Ich habe Kontakt mit Matschiner gehabt. Ich habe vor Jahren einen Sponsor gesucht und Matschiner kontaktiert, das war's. Ich habe nie Dopingmittel bekommen, davon distanziere ich mich", hatte Hoffmann am 1. April erklärt.

Es drohen bis zu sechs Monate Haft

Der im Vorjahr positiv auf das EPO- Mittel CERA getestete Bernhard Kohl hatte Ende März zugegeben, 20.000 Euro für die Anschaffung der Zentrifuge bezahlt zu haben. Andere Sportler hätten ebenfalls mitgezahlt, so Kohl damals auf einer Pressekonferenz. Laut Gerald Tatzgern, dem Sprecher des Bundeskriminalamts, besteht der begründete Verdacht, dass die Maschine nach dem August 2008 genutzt worden ist. Seit diesem Zeitpunkt drohen jedem bis zu sechs Monate Haft, der verbotene Methoden zur künstlichen Erhöhung des Sauerstofftransfers bei anderen anwendet bzw. dazu beiträgt.

Einem mittlerweile vorliegenden technischen Gutachten zufolge sollen mit der Maschine weit über 50 Behandlungen stattgefunden haben. Wer neben den namentlich bekannten Verdächtigen damit gedopt haben könnte und wie lange die Anfang April beschlagnahmte Zentrifuge verwendet wurde, wollen die Ermittler nicht bekanntgeben.

Kohls Anwalt beteuert Unschuld seines Mandanten

Kohls Rechtsbeistand Manfred Ainedter beteuerte am Montagnachmittag: "Bernhard hat weder wen vermittelt, noch Geld bekommen. Er hat niemanden zwecks Doping zu Matschiner geschickt. Er hat auch nicht die Zentrifuge beworben." Ainedter bestätigte, nach Darstellung seines Mandanten hätten neben Kohl Rasmussen und Hoffmann die Anschaffung des Geräts finanziert. "Andere sollen für deren Benutzung bezahlt haben", so der Anwalt. Kohl habe davon jedoch "erst im Nachhinein, aus Erzählungen erfahren."

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