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29.04.2017 - 19:05
stern.de zeigt einen Tag lang nur Bilder aus Aleppo und Syrien: "Wir schweigen heute."
Foto: stern.de

Leid in Syrien macht stern.de heute sprachlos

07.10.2016, 09:40

Das alltägliche Leid in Syrien macht fassungslos - und im Fall der Online- Redaktion der deutschen Zeitschrift "Stern" heute auch sprachlos. "Wir scheitern täglich daran, das Leid zu fassen, das in Syrien jeden Tag passiert. Weil es buchstäblich unfassbar ist", ist auf stern.de zu lesen. Daher gebe es heute "keine Nachrichten, keine Werbung, keine Breaking News. Nur Bilder. Aus Aleppo und Syrien."

"Wir Journalisten dürfen nicht sprachlos sein", beginnt die Erklärung der Redaktion auf stern.de . Beschreiben, berichten, analysieren, das sei der Job von Journalisten. Doch beim Leid in Syrien sei man sprachlos und habe nicht genug berichtet. Warum, darauf gebe es viele Antworten, heißt es. Weil die Bilder und Nachrichten von noch mehr Toten nicht mehr aufrüttelten, weil der Krieg gefühlt weit weg sei, weil man durch die Masse an schrecklichen Nachrichten abstumpfe - auch um sich selbst zu schützen.

stern.de zeigt einen Tag lang nur Bilder aus Aleppo und Syrien: "Wir schweigen heute."
Foto: stern.de

Aber auch die Zeit, sich angemessen mit dem Thema auseinanderzusetzen, fehle - und auch der nächste Aufreger, der nächste Shitstorm sei nicht weit, merkt die Redaktion selbstkritisch an. Das Leid in Syrien darzustellen, daran scheitere man täglich, heißt es. "Dennoch versuchen wir es. Jeden Tag wieder. Das ist unser Job."

Heute aber wolle man es "einmal ganz anders machen. Uns von den normalen journalistischen Reflexen lossagen. Nicht lauter, schneller und mehr berichten. Sondern schweigen." stern.de werde daher den ganzen Tag "still sein" - man werde nur Bilder aus Aleppo und Syrien zeigen, aber "keine Schockfotos. Keine blutverschmierten Kinder. Sondern der traurige Alltag."

stern.de zeigt einen Tag lang nur Bilder aus Aleppo und Syrien: "Wir schweigen heute."
Foto: stern.de

Die Aktion sei allerdings nicht als Werbung gedacht, schreibt die Redaktion abschließend: "Heute geht es nicht um Reichweite, Klicks und effiziente Vermarktung. Heute geht es uns darum, ein Zeichen zu setzen. Stumm. Und so der unerträglichen Sprachlosigkeit entgegenzubrüllen - indem wir sie einfach einmal zulassen."

07.10.2016, 09:40
bge, krone.at
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