Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.09.2017 - 23:50
Foto: APA/AFP/OZAN KOSE

"Hexenjagd in der Türkei sprengt alle Dimensionen"

14.12.2016, 09:37

Die Zahl der weltweit in Haft sitzenden Journalisten hat NGO- Berichten zufolge einen Rekordstand erreicht. 259 Mitarbeiter von Medien säßen weltweit hinter Gittern, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York in seiner Jahresbilanz mit. Laut "Reporter ohne Grenzen" (RSF/ROG) sind derzeit sogar mindestens 348 Medienleute wegen ihrer Arbeit im Gefängnis.

Dies seien sechs Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte "RSF/ROG" in Berlin mit. Vor allem in der Türkei sei die Zahl nach oben geschnellt. Dort säßen 81 Journalisten hinter Gittern - mehr als seit Beginn der Erhebung der Jahresbilanzen 1990 je in einem anderen Land zuvor.

Seitens der "Reorter ohne Grenzen" hieß es: "Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben."

"Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprengt alle bekannten Dimensionen", sagte ROG- Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Allein in den Gefängnissen der Türkei säßen derzeit weit über 100 Journalisten in Haft.

"Die Türkei ist der Vorreiter dieses autoritären Trends", sagte auch CPJ- Chef Joel Simon. "Jeden Tag, an dem türkische Journalisten gegen die eigenen Gesetze des Landes im Gefängnis verbringen müssen, sinkt der Ruf der Türkei in der Welt."

Besonders viele Fälle in der Türkei, China und Syrien

Die meisten inhaftierten Medienschaffenden gibt es laut "RSF/ROG" in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten und dem Iran. Darunter seien neben 187 professionellen Journalisten auch 146 Blogger und Bürgerjournalisten sowie 15 sonstige Medienmitarbeiter. Entführt seien weltweit derzeit 52 Medienleute - und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befänden sich in der Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

China, das die Liste im vergangenen Jahr angeführt hatte und wo derzeit 38 Journalisten eingesperrt sind, landete auf dem zweiten Platz, vor Ägypten, Eritrea und Äthiopien. 2015 waren 199 Journalisten weltweit im Gefängnis. Der vorherige Rekordhalter war das Jahr 2012, als 232 Medienvertreter hinter Gittern saßen.

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum