Auf die Idee kamen amerikanische Ärzte, als sie ein männliches Unfallopfer auf dem OP- Tisch liegen hatten, dessen Hoden fast komplett zerstört worden waren. Eigentlich hätten sie dem Verletzten keine Chance gegeben – aber der hormongeschwächte Mann überlebte.
Ein Mediziner: "Dass Frauen eine höhere Überlebenschance bei Unfällen haben, das wussten wir schon länger. Aber: Wir wussten nicht, warum." Doch ihr "Wunderpatient" brachte Licht ins Dunkel. Denn offenbar ist das weibliche Sexualhormon Östrogen dafür verantwortlich, dass Patientinnen besser genesen. Jetzt soll erforscht werden, ob das Leben von verunglückten Männern gerettet werden kann – wenn ihre körpereigene Produktion von Androgenen (vorübergehend) mit Medikamenten gestoppt wird, damit sie mehr Östrogene produzieren.
"Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen, aber diese Erkenntnis könnte bahnbrechend für die Medizin sein", so einer der Forscher im "Krone"- Gespräch.
von Brigitte Blabsreiter (Kronen Zeitung) und krone.at