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Salzburg sieht im Schiedsrichter den Sündenbock

25.08.2010, 11:42
Salzburg sieht im Schiedsrichter den Sündenbock (Bild: APA/KRUGFOTO)
Foto: APA/KRUGFOTO
Knapp daneben ist auch vorbei. Eine starke Leistung in zwei Spielen gegen Hapoel Tel Aviv war für Österreichs Meister Red Bull Salzburg nicht genug, um erstmals seit der Übernahme des Klubs in die Champions League einzuziehen. Den Hauptgrund dafür sieht Red Bulls Fußball- Chef Dietmar Beiersdorfer im Schiedsrichter, der den Bullen den angeblich entscheidenden Elfmeter vorenthielt...

Der Stolz auf eine überzeugende Vorstellung beim 1:1 im Rückspiel am Dienstag in Tel Aviv war also nur ein schwacher Trost - ebenso wie die bereits erreichte Gruppenphase der Europa League. "Die Enttäuschung ist groß, weil wir gesehen haben, dass wir dieses Niveau bringen können", erklärte Salzburg- Trainer Huub Stevens. Im Hinspiel in Salzburg (2:3) habe man das nötige Level nicht erreicht, war von Hapoel phasenweise vorgeführt worden. In Israel gaben die Bullen den Ton an, kontrollierten das Spiel, wenn auch ohne Großchancen. "Man muss diese Leistung zweimal bringen, um die Champions League zu erreichen", betonte Stevens.

Seine Mannschaft sei aber weiter als im vergangenen Jahr, als sie gegen Maccabi Haifa in ähnlicher Konstellation chancenlos gewesen war. Hoch sind daher die Erwartungen in der Europa League, deren Gruppen am Freitag in Monaco ausgelost werden. Im Vorjahr hatten die Salzburger gegen Lazio Rom, Villarreal und Lewski Sofia sensationell alle sechs Gruppenspiele gewonnen.

"Nach oben zu kommen, ist aber immer einfacher, als oben zu bleiben", warnte Stevens. Salzburg sei international kein Niemand mehr. "Größere Teams werden uns nicht mehr unterschätzen, so wie das Lazio oder Villarreal im Vorjahr getan haben", meinte der Bullen- Coach, um mit einem Lächeln hinzuzufügen: "Alle Gruppenspiele werden wir wohl nicht wieder gewinnen - ich weiß nicht, ob das überhaupt jemals wieder gelingt."

Schiedsrichter als Sündenbock

Salzburg hatte nach dem UEFA- Cup- Finale 1994 die Champions League erreicht, seit Rapid 2005 ist das keinem österreichischen Klub mehr gelungen. Die Salzburger waren 2006 an Valencia, 2007 ähnlich knapp wie diesmal an Schachtjor Donezk und im Vorjahr an Haifa gescheitert. Für den neuerlich geplatzten Traum wurde auch der Schiedsrichter verantwortlich gemacht, der bei 1:0 ein elferwürdiges Foul an Gonzalo Zarate nicht geahndet hatte (58.).

Stevens mokierte sich ebenso über seinen niederländischen Landsmann Pieter Vink wie Beiersdorfer. "Das sind Tatsachenentscheidungen, aber wir sind damit sehr unzufrieden", betonte der Sportdirektor. "Der nicht gegebene Elfmeter hat uns vielleicht - oder sogar wahrscheinlich - die Champions League gekostet." Das sei doppelt bitter, weil sich das Team in Tel Aviv teuer verkauft hatte.

Wieder keine klingenden Namen

"Wir haben das Spiel bestimmt", meinte Beiersdorfer. "Die Champions League haben wir aber in Salzburg verpasst. Zu Hause darf man nicht 2:3 verlieren. Wenn wir zweimal so eine Leistung bringen wie im Rückspiel, wären wir in der Champions League." Dort hießen die möglichen Gegner statt Sheriff Tiraspol und BATE Borisow dann endlich Real Madrid, FC Barcelona oder Manchester United.

Die Spieler wollten allerdings nicht nur Negatives aus Tel Aviv mitgenommen haben. "Wenn wir so kompakt spielen, werden wir uns in der Europa League wieder gut verkaufen", meinte Roman Wallner, der im Sturm mit Zarate den Vorzug gegenüber dem Hünen Joaquin Boghossian erhalten hatte. Dass Stevens am Samstag im Ligaspiel in Mattersburg zu seinem 4- 2-3- 1-System zurückkehrt, darf angenommen werden. Dann stehen auch die im Europacup gesperrten ÖFB- Teamspieler Jakob Jantscher und Franz Schiemer wieder zur Verfügung.

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