"Jetzt feiert ganz Ägypten", sagte Angreifer Mohamed Zidan, während in seiner Heimat ein Freudentaumel ausbrach. Der Legionär von Borussia Dortmund hatte die Vorlage zum einzigen Treffer in einer spannenden, aber nicht hochklassigen Partie geliefert. "Wir kämpfen immer bis zum Schluss, glauben an uns und haben großes Selbstvertrauen. Wir sind glücklich und stolz", sagte Zidan. "Wir haben das gemacht, was wir wollten. Nach der verpassten WM-Qualifikation wollten wir hier unbedingt gewinnen, um es allen zu zeigen", sagte Verteidiger Wael Gomaa.
Edel-Joker Gedo als Matchwinner
Matchwinner für das favorisierte Team aus Ägypten war einmal mehr der in der 70. Minute eingewechselte Edel-Joker Gedo. Der Mittelfeldspieler, der in seiner Heimat für Al-Ittihad stürmt, wurde mit fünf Treffern auch Torschützenkönig, und das, obwohl er beim Turnier in Angola kein einziges Mal in der Startformation stand. Im Finale benötigte er gegen das bis dahin überlegene Ghana nur 15 Minuten, um sich entscheidend in Szene zu setzten. Nach einem Doppelpass mit Zidan sorgte er für den historischen Erfolg.
Nigeria holt Platz drei
Bereits am Samstag hatte Nigeria gegen Algerien mit 1:0 gewonnen und die 27. Auflage des Afrika-Cups auf Platz drei beendet. Die "Super Eagles" entschieden das Duell der WM-Teilnehmer in Benguela mit 1:0 (0:0) für sich. Victor Obinna vom spanischen Fußball-Erstligisten Malaga erzielte in der 55. Minute das entscheidende Tor.
Afrika-Verband CAS bestraft Togo
Am Samstag wurde bekannt, dass die Nationalmannschaft von Togo nicht an den nächsten beiden Afrika-Cup-Turnieren teilnehmen darf. Das beschloss der afrikanische Fußball-Verband CAF, der mit dieser Entscheidung auf die "Einmischung der togolesischen Regierung" reagierte. Die hatte nach dem Terror-Anschlag auf den Mannschaftsbus ihres Teams zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel des laufenden Afrika-Cups den Rückzug aus dem Turnier in Angola angeordnet.
Bei dem Überfall auf der Anreise nach Angola kamen der Assistenztrainer und ein Sprecher des Nationalteams ums Leben, insgesamt neun Menschen wurden verletzt, darunter zwei Spieler. Togos Premierminister Gilbert Houngbo hatte daraufhin die sofortige Heimreise der Delegation veranlasst.
Togo will Berufung einlegen
Der Sportminister Togos kündigte am Samstagabend an, gegen die Sperre Berufung einzulegen. "Es ist sicher, dass wir alle legalen Mitteln ausschöpfen werden", meinte Christophe Tchao. Der Premierminister des Landes wollte noch kein Kommentar zum Bann des Nationalteams durch den CAF geben. Man wolle zuerst eine vollständige schriftliche Stellungnahme vonseiten des afrikanischen Verbandes abwarten, hieß es.
Die Familien der beim Angriff getöteten Mitglieder des Team-Stabes streben indes rechtliche Schritte gegen den CAF und den Staat Angola an. Diese hätten laut einem Anwalt das Leben der Togolesen unnötig in Gefahr gebracht, indem das Turnier "in einem Kriegsgebiet" organisiert wurde.
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