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Betreuungszeiten werden vielerorts noch unflexibler

30.09.2010, 09:43
Betreuungszeiten werden vielerorts noch unflexibler (Bild: APA/HARALD SCHNEIDER)
Foto: APA/HARALD SCHNEIDER
Oberösterreichs heftig umstrittene Kinderbetreuungs- Novelle - die mit Herbst durch einen Allparteien- Vorstoß in Kraft getreten ist - sorgt erneut für Wirbel. Nach den Pädagogen schlagen nun auch Eltern Alarm. Stein des Anstoßes sind die unflexibleren Öffnungszeiten.

"Die Politik wird wieder einmal am Rücken der Kinder ausgetragen", kritisiert Eveline Doll vom Verein Kinder- Lobby das neue Gesetz. Immerhin habe die Politik ja angekündigt, dass die Kinderbetreuung mit der kürzlich beschlossenen Novelle flexibler und auch bedarfsgerechter werde. "Davon spüren wir allerdings nichts - viele Eltern fühlen sich einfach überfahren, die Anfangs- und Abholzeiten werden in vielen Kindergärten seit der Novelle teilweise regelrecht verordnet."

Stein des Anstoßes ist unter anderem der Kindergarten in Braunau, wo der Erhalter laut Doll auf das exakte Einhalten der Aufenthaltszeit im Kindergarten bestehe. Nicht einmal mehr eine tageweise Nachmittagsbetreuung sei dort möglich. "Das kann doch nicht sein, die Eltern müssen sich im vorhinein für die Dauer der Betreuung entscheiden, flexible Lösungen gibt es nicht mehr", ärgert sich Doll. Wobei die Kinder- Lobbyistin glaubt, "dass der Hund zwischen den Gemeinden und dem Land begraben ist".

Landesrat: "Widerstand zu voreilig"

Noch- Kindergarten- Landesrat Josef Stockinger glaubt, dass der Elternwiderstand angesichts der neuen Kinderbetreuungs- Novelle zu voreilig sei. "Das neue Gesetz beinhaltet Spielregeln - und auch, wie viel wir den Kindergartenerhaltern und Gemeinden bezahlen", erklärt Stockinger. Er gibt aber zu, dass das Land nicht mehr wie früher für alle Betreuungsstunden in den Kindergärten aufkomme.

"Alles unter zehn Kindern müssen die Gemeinden mittlerweile selbst finanzieren." Wobei es auch Kommunen gäbe, die mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz jetzt schlechter fahren würden. "Das sind aber diejenigen, die vorher schon nichts in ihre Kindergärten investiert haben."

Kronen Zeitung

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