Mo, 22. Jänner 2018

Alkohol-Debatte

10.08.2007 20:23

Krieg um die Kosten fürs Saufen

Wer soll die Folgekosten von jugendlichen Koma-Trinkern zahlen? Seit die Gebietskrankenkasse von Wirten, Verkäufern und Eltern je Fall etwa 1000 Euro regressieren will, tobt ein Streit um die Verantwortung. Der Wirtechef gibt Kollegen, die Kindern Alk geben, keine Deckung. Präventions-Fachleute sehen im Regress keine Lösung.

„Wir müssen aufpassen, dass die Kinder oder Jugendlichen aus Angst vor den Kosten einmal keine Rettung holen, wenn jemand im Rausch umkippt“, hat Dr. Christoph Lagemann, Chef des „Instituts Suchtprävention“ in Linz Bedenken gegen den Vorstoß von GKK-Obmann Alois Stöger. Dieser lässt neun konkrete Fälle auf Regress prüfen.

Bei den „Kinderfreunden“ hält man diese Idee prinzipiell für richtig. „Derjenige, der den Kindern Alkohol gibt, ist zur Kasse zu bitten“, sagt Erich Wahl. Er glaubt, dass die Eltern weniger oft Schuld daran haben, wenn der Nachwuchs zu Alkohol kommt. Aber er kennt auch abschreckende Beispiele: „Im Innviertel haben Eltern ihrer Tochter zum 14. Geburtstag eine Flasche Bacardi geschenkt.“ Das ging schlimm aus. „In den vergangenen zehn Jahren haben die Fälle von Alkohol-Exzessen bei Jugendlichen um 38 Prozent, bei Erwachsenen aber um 67 Prozent zugenommen“, will der „Kinderfreunde“-Sprecher die Alkohol-Debatte von den Teenagern loslösen.

Dass die Wirte von den durstigen Jugendlichen profitieren, will deren Kammer-Chef August Oberndorfer aus Krenglbach so nicht stehen lassen: „Niemand will vor seinem Wirtshaus betrunkene Teenager herumlungern haben. Das tut der Branche nicht gut. Wir haben das Problem des ,Vorglühens´, also des privaten Saufens. Wenn Jugendliche betrunken an die Bar kommen und umfallen, übernehmen wir keine Verantwortung. Aber Wirten, die das Jugendschutzgesetz ignorieren, werden wir nicht helfen.“




Foto: Wirtschaftskammer Oberösterreich

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