Di, 21. November 2017

Vergifteter Rotmilan

02.07.2017 09:00

„Die Brutplätze bleiben geheim!“

Die Vogelfreunde und auch die Jäger in Oberösterreich sehen wieder Rotmilane am Himmel. Die einst bei uns ausgestorbenen Greifvögel mit dem charakteristischen gabelförmigen Schwanz sind zurück, brüten vor allem im Kobernaußerwald. Warum die Brutplätze geheim bleiben, erklärt Wildbiologe Christopher Böck.

Krone: Jäger freuen sich über die Rückkehr von Greifvögeln - ist das kein Widerspruch?
Christopher Böck: Keineswegs. Gerade der Rotmilan ist auch kein Konkurrent, er erlegt Kleintiere wie Mäuse oder Vögel, geht auch gerne ans Aas. Viele engagierte Jäger kümmern sich darum, dass die Brutpaare, es werden so ein Dutzend sein, den Nachwuchs ruhig aufziehen können.

Krone: Und verraten nicht, wo die Brutplätze sind.
Böck: Es würden gerne viele Leute die Tiere aus der Nähe beobachten, aber damit würden sie so stark belästigt, dass sie Eier und Junge verlassen. Das passierte auch schon bei Uhu-Nestern.

Krone: Kürzlich wurde ein Rotmilan in Stroheim vergiftet.
Böck: Die mit Gift präparierten Hasenköpfe dürften eher für anderes Raubwild ausgelegt worden sein, der Rotmilan wurde zufällig zum Opfer. Wir hoffen, den Täter bald erwischen zu können.

Krone: Kann es Jägern passieren, dass sie den falschen Raubvogel abschießen?
Böck: Nein, da alle Greifvögel vom Falken bis zum Adler in Oberösterreich geschont oder  geschützt sind. Es gibt nur ab und zu von der Behörde genehmigte Abschüsse, wenn etwa ein bestimmter Habicht oder Bussard bei einem Bauern zu viele Hühner holt.

Markus Schütz, Kronen  Zeitung

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