Sa, 21. April 2018

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21.03.2017 15:30

Oberfläche von Komet "Tschuri" änderte sich rasant

Während der rund zwei Jahre, die die Raumsonde "Rosetta" den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ("Tschuri") begleitet hat, haben ihre Kamerasysteme intensiv dessen Oberfläche beobachtet. Ein internationales Team mit Beteiligung der Universität Bern berichtet nun von den teils rasanten Veränderungen, die "Tschuri" auf seinem Weg durchlaufen hat.

Vergangenen September ging die Reise von "Rosetta" mit einer geplanten Bruchlandung auf "Tschuri" zu Ende. Der Komet wird die an der Mission beteiligten Forscherteams aber noch lange beschäftigen, denn es gilt noch haufenweise Daten im Detail zu studieren.

Ein internationales Team hat die Daten des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Sonde ausgewertet, das die Oberfläche des Kometen von Dezember 2014 bis Juni 2016 wiederholt in hoher Auflösung abgebildet hat. Nun berichten die Forscher in zwei Fachpublikation von den zahlreichen Veränderungen, die "Tschuris" Äusseres unter "Rosettas" wachsamem Auge durchlief.

Besonders spektakulär waren beispielsweise Ausbrüche, die sich plötzlich als große Staubwolken von seiner Oberfläche erhoben. Dank "Vorher-Nachher" Bildsequenzen konnten die Forschenden nun beweisen, dass ein solcher Ausbruch im Juli 2015 durch einen Hangrutsch ausgelöst wurde. Beim Ausbruch sei das hell scheinende Wassereis unter der Kometenoberfläche von 67/Tschurjumow-Gerassimenko zum Vorschein gekommen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Astronomy".

Erosion, Verwitterung, abstürzende Klippen
Zwar wurde bereits vermutet, dass Gesteinsrutsche solche Kometenausbrüche auslösen. Es gab jedoch bisher keinen Beweis für den direkten Zusammenhang, wie das Fachblatt in einer Mitteilung schrieb. Im Fachjournal "Science" berichtet das internationale Team um Mohamed Ramy El-Maarry von der Uni Bern von Verwitterung und Erosion, dem Abstürzen von Klippen und anderen rasanten Veränderungen, während "Tschuri" sich auf den sonnennächsten Punkt (Perihelion) seiner Umlaufbahn zu und nachher wieder davon weg bewegte.

Steilhänge hätten sich nahe dem Perihelion an einer Stelle fast fünfeinhalb Meter pro Tag zurückgezogen, schrieb das Fachblatt in einer Medieninformation. Andernorts entstanden während drei Monaten wellenartige Strukturen von rund 100 Metern Durchmesser, verschwanden wieder und bildeten sich neu.

Diese Beobachtungen helfen den Astronomen, abzuschätzen, wie schnell und wie stark sich "Tschuris" Oberfläche verändert. Daraus können sie beispielsweise schließen, dass die größeren Formationen der Kometenlandschaft schon seit vielen Sonnenumläufen existieren. Es ist ein weiteres Puzzlestück, um die Geschichte von Kometen wie 67/Tschurjumow-Gerassimenko zu rekonstruieren.

In der Vergangenheit hatten Forscher bereits berichtet, dass der Komet Edelgase und Schlüsselmoleküle für die Entstehung von Leben enthält. Die Rolle, die Kometen wie "Tschuri" bei der Entstehung des Lebens auf der Erde spielten, ist eine der großen Fragen der "Rosetta"-Mission.

 krone.at
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