Mi, 22. November 2017

Lokalaugenschein

14.03.2017 14:49

Leben im Dschungel: Kärntner hilft in Ecuador

Als "Brunnenbauer", Lehrer und Sponsoren unterstützen Kärntner die Indianer im Amazonas. Hilfe, die ankommt. Ein Lokalaugenschein.

Mit dem Motor-Kanu geht es quer über den Rio Negro. Nur eine schmale Sandbank weist auf den Einstieg in den Regenwald hin. "Das war der einzige Weg in die Zivilisation", erzählt "Amarun Sacha" (27). Erst seit vier Jahren gibt es in seinem Indianer-Dorf am Amazonas Strom. Bis vor sechs Jahren waren die Flussüberquerung und der beschwerliche Fußmarsch durch den Dschungel die einzige Möglichkeit, in die nächste Stadt zu gelangen. Jetzt gibt es eine Straße, Strommasten und Schulgebäude.

Rot-weiß-rote Hilfe in Ecuador

"Dennoch mangelt es an vielem", schildert Hannes Krakolinig. Der Klagenfurter organisiert seit Jahren Unterstützung für die Kichwa-Indianer. Vor allem der Hilfsbeitrag aus Kärnten ist groß. Mehrere Monate lang haben Englischlehrer aus Klagenfurt und St. Veit unentgeltlich in den Indianerschulen unterrichtet. Mit rot-weiß-roten Hilfsgeldern werden regelmäßig Schulhefte und Buntstifte in zehn verschiedene Dorfschulen gebracht, um einen sinnvollen Unterricht zu ermöglichen.

Auch bei der jüngsten Lieferung war die Begeisterung der Schüler überwältigend, als der rote Kleintransporter vorfuhr: Kinder stürmten aus den Klassen. In manchen Dörfern genügt schon ein Schulheft mit Comicfigur auf dem Umschlag, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Um Krankheiten zu vermeiden, wurden zwei Schulen mit fließendem Trinkwasser versorgt ein absolutes Novum. Auch Kleiderspenden sowie Notfallhilfe bei Unfällen und Krankheiten kommen aus Österreich.

Dschungelbewohner in Gefahr

Der Hilfsbedarf wird wohl bestehen bleiben: Obwohl die Kichwa vom Tourismus profitieren, sehen deren Vertreter die Dschungelbewohner in Gefahr. "Viele zweisprachige Dorfschulen wurden geschlossen - unsere Kultur geht verloren", mahnt Marlon Santi, Ex-Vorsitzender vom "Bündnis der indigenen Nationalitäten Ecuadors".

Durch den Abbau von Rohstoffen würden die Indianer und deren Landwirtschaft in ihren Territorien zurückgedrängt. Umweltverschmutzung und mit ihr Krankheiten nehmen zu, warnt Santi.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

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