So, 17. Dezember 2017

Blind, ohne Schuppen

14.10.2016 06:31

Irak: Unbekannte Fischart im Grundwasser entdeckt

Als im März dieses Jahres nach heftigen Regenfällen im Zagros-Gebirge im Norden Iraks der Grundwasserspiegel stieg, wurden aus einer neu entstandenen Quelle bis dato unbekannte Fische an die Erdoberfläche gespült. Der Großteil der Tiere wurde von Vögeln verspeist, doch Wissenschaftler konnten sich ein paar Exemplare der sonderbaren, blinden Fische sichern.

Korsh Ararat, Biologe Universität Sulaimani in der Stadt Sulaimaniyya der Autonomen Region Kurdistan, sammelte einige der augen- und schuppenlosen Fische, die über mehrere Tage aus der Quelle in einen nahen Bach gespült wurden, und kontaktierte deutsche Fischexperten.

Jörg Freyhof vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und Matthias Geiger am Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn untersuchten die Tiere und fanden heraus, dass es sich bei den Fischen um eine neue Schmerlen-Art handelt, die mit großer Wahrscheinlichkeit zum ersten Mal überhaupt lebend gesehen wurde.

Keinerlei Farbpigmente in Haut der Tiere
Wie sich die acht Zentimeter großen Tiere, deren Haut keinerlei Farbpigmente aufweist, ernähren ist unklar. "Wahrscheinlich weiden die Tiere Bakterienfilme an den Höhlenwänden ab, doch zur Biologie dieser ungewöhnlichen Schmerle ist natürlich nichts bekannt und wird auch wohl nichts bekannt werden", sagt Jörg Freyhof. Denn die Quelle war nach kurzer Zeit wieder versiegt und die Fische bleiben nun im Untergrund unerreichbar.

Die neue Art bekam den wissenschaftlichen Namen "Eidinemacheilus proudlovei" verpasst. Der Gattungsname wurde erst kürzlich für eine andere blinde Schmerle eingeführt (zu Ehren des Rangers Eidi Heidari, der die Höhle als einzig bekannten Fundort der Art im Iran bewacht; Anm.). Der Artname der nun neu beschriebenen, irakischen Schmerle wurde zu Ehren von Graham Proudlove gewählt, einem weltweit anerkannten Experten auf dem Gebiet der Erforschung von Höhlenfischen.

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