Mo, 20. November 2017

Kein Kastensystem

30.08.2016 09:52

Graumulle sind flexibler als gedacht

Graumulle sind grabende Nager, die in großen unterirdischen Kolonien leben. Sie gelten als "eusoziale" Säugetiere, die wie Ameisen und Bienen in einem Kastensystem mit spezialisierten Arbeitern leben. Doch die Tiere sind flexibler als gedacht und verändern ihr Verhalten mit dem Alter, berichtet ein österreichischer Forscher im Fachjournal "Pnas". Die Sozialstrukturen ähneln denen anderer Säuger.

Der österreichische Biologe Markus Zöttl, der am Department of Zoology der Universität Cambridge (Großbritannien) forscht, hat mit Kollegen bei diesen Nagern (Damara-Graumulle - Fukomys damarensis) ihre sozialen Verhaltensweisen je nach Alter, Größe und Geschlecht beobachtet, das heißt, welchen gemeinnützigen Jobs sie nachgehen. Dazu gehören etwa Gänge graben, nach Futter suchen, ein Nest für den Nachwuchs bauen und die Kleinen umsorgen.

Sollten sie wie manche Ameisen, Termiten und Bienen fixe Kasten haben, dann müssten die einzelnen Individuen unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen und ihr Leben lang bei einer Aufgabe bleiben. Dies war aber nicht der Fall. Stattdessen änderten sich die Verhaltensmuster je nach dem Alter der Tiere und einzelne Tiere spezialisierten sich nicht auf besondere Aufgaben.

"Sind Säugern ähnlicher als gedacht"
"Die Graumulle sind anderen sozialen Säugern wie Erdmännchen und Wildhunden ähnlicher als bisher gedacht", erklärte Zöttl. Damit unterscheiden sie sich von manchen hochsozialen Insekten und es könnte sein, dass starre Kasten im Tierreich den wirbellosen Tieren vorbehalten sind, betonte der Forscher.

Bei den Nagern vermehrt sich zwar in einer Kolonie nur das dominante Pärchen, die anderen Tiere sind aber nicht steril, wie es etwa bei Bienen und Ameisen der Fall ist. Sie können sehr wohl ausziehen, sich vermehren und eine eigene Kolonie gründen.

Graumulle leben in der Savanne Afrikas
Diese Untersuchungen haben die Forscher in der Kalahari gemacht, einer Dornstrauchsavanne im südlichen Afrika. Dort haben die Damara-Graumulle ihren natürlichen Lebensraum. Die Tiere wurden aber nicht in der Wildnis beobachtet, sondern Zöttl und Kollegen haben eingefangene Tiere in einem künstlichen Höhlensystem gehalten und studiert.

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