Do, 14. Dezember 2017

Forscher überrascht

16.03.2016 12:00

Mysteriöse helle Flecken auf Ceres verändern sich

Unerwartete Veränderungen der mysteriösen Flecken auf dem Zwergplaneten Ceres haben Beobachtungen mit einem speziellen Instrument des 3,6-Meter-Teleskops am La-Silla-Observatorium der europäischen Südsternwarte ESO in Chile zu Tage gebracht. Sie weisen laut Angaben der Forscher darauf hin, dass die Materie dieser hellen Flecken flüchtig ist und im warmen Sonnenlicht verdunstet.

Obwohl Ceres von der Erde aus nur als etwas hellerer Lichtpunkt sichtbar ist, zeigt sich bei hochpräzisen Untersuchungen des vom Zwergplaneten ausgesandten Lichts nicht nur die Veränderung, die man durch seine Rotation erwarten würde, sondern auch, dass die Flecken am Tag aufhellen und außerdem noch andere Schwankungen aufweisen.

Ein Team um Paola Molaro beobachtete Ceres mit einem Instrument namens HARPS (High Accuracy Radial velocity Planet Searcher) am 3,6-Meter-Teleskop des La-Silla-Observatoriums für etwas mehr als zwei Nächte im Juli und August 2015. "Das Ergebnis war eine Überraschung", sagt Antonino Lanza vom INAF-Astrophysikalischen Observatorium in Catania und Koautor der Studie. "Wir haben die erwarteten Änderungen im Spektrum aufgrund der Rotation von Ceres gefunden, aber mit erheblichen Schwankungen von Nacht zu Nacht."

Die Forscher kamen daher zu dem Schluss, dass der Grund für die beobachteten Änderungen im Vorhandensein flüchtiger Substanzen zu finden sein könnte, die unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung verdunstet. Wenn sich die Flecken innerhalb des Occator-Kraters auf der Seite befinden, die von der Sonne angestrahlt wird, bilden sich Schwaden, die das Licht sehr wirksam reflektieren. Diese Schwaden verdunsten dann kurzerhand, verlieren an Reflexionsvermögen und bewirken die beobachteten Veränderungen.

Ceres ist der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und ist das einzige dieser Objekte, das als Zwergplanet eingestuft wird. Die NASA-Raumsonde "Dawn" befindet sich seit über einem Jahr in der Umlaufbahn von Ceres und hat seine Oberfläche sehr detailliert kartiert. Eine der größten Überraschungen war dabei die Entdeckung sehr heller Flecken gewesen. Der markanteste liegt innerhalb des Occator-Kraters und weist darauf hin, dass Ceres eine deutliche lebhaftere Welt als die meisten seiner Asteroiden-Nachbarn sein könnte.

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