So, 17. Dezember 2017

Über großen Vater

15.10.2015 16:45

Sissy Böhm: "Er vergisst mich sogar nach dem Tod"

"Sissy" nannte Karlheinz Böhm seine erste Tochter, in Anlehnung an die Filme, die ihn weltberühmt gemacht hatten. Doch schnell verließ er die Mutter des Mädchens und hielt zeitlebens nur lose Kontakt zu seiner Ältesten. Die väterliche Zuwendung sei der heute 60-Jährigen bis zu Böhms Tod 2014 verwehrt geblieben – "und selbst darüber hinaus" klagt sie im "Krone"-Interview. Denn das gesamte Millionen-Vermögen der Schauspiel-Legende soll in eine Familienstiftung geflossen zu sein: für seine vierte Frau, die Äthiopierin Almaz.

Karlheinz Böhm ist den meisten Menschen als Mann mit einem offenen Herzen in Erinnerung geblieben, der als Helfer für die Armen in die Geschichte eingeht. Von ihrem großen Vater hat Sissy Böhm laut Notar eine Summe "zwischen 1000 und 3000 Euro" zu erwarten.

Erstmals nach der Testamentseröffnung sprach sie jetzt über diese tiefe Kränkung, Privatinsolvenz und die Krawallberichte rund um ihr Buch "Im Schatten des Lichts": "Das ist keine Hasstirade. Aus mir spricht die unglaublich schmerzhafte Enttäuschung, dass er mich sogar nach seinem Ableben noch vergisst."

"Krone": Hatten Sie einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse Ihres Vaters?
Sissy Böhm: Mein Opa, der Dirigent Karl Böhm, hinterließ ihm 150 Millionen deutsche Mark (77 Millionen Euro, Anm. d. Red.). Weiter besaß er wertvollste Uhren und Immobilien in München, Salzburg, der Schweiz sowie Argentinien. Hinzu kommt das Geld vom "Schloss am Wörthersee". Seine Hälfte hatte er in den 90er-Jahren Gunter Sachs verkauft.

"Krone": Floss nicht alles in seine Hilfsorganisation?
Böhm: Nein!

"Krone": Also dürfte Ihre Stiefmutter nun eine reiche Frau sein.
Böhm: Offiziell besitzt sie nur das Haus in Salzburg. Offenbar hat sie jüngst aber in Immobilien in Afrika investiert.

"Krone": Sie mussten Privatinsolvenz anmelden. Böse Zungen behaupten, das wäre der wahre Grund für Ihre Vorwürfe.
Böhm: Ich war mein Leben lang als Eventmanagerin selbstständig. Groß zurückgelegt habe ich nichts, das stimmt. Stattdessen habe ich mich für eine Stiftung stark gemacht, die hochbegabte Musiktalente förderte. Zu diesem Zweck nahm ich in jungen Jahren einen Kredit auf. Die Bank spekulierte auf mein vermeintliches Erbe. Als fest stand, dass ich leer ausgehe, konnte es den Bankern nicht schnell genug mit der Rückforderung gehen.

"Krone": Sie haben Ihre Geschichte in einem Buch veröffentlicht und dabei viel negative Kritik einstecken müssen.
Böhm: Jede Zeile in "Im Schatten des Lichts" ist absolut wahr.

"Krone": Wie geht es nun weiter mit Sissy Böhm?
Böhm: Der Herrgott hat mich mit Kampfgeist ausgestattet. Ich werde jetzt als 60-Jährige noch einmal von vorne anfangen, arbeiten und mich finanziell erholen.

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