So, 22. Oktober 2017

"Bin ein Illegaler"

24.09.2015 16:40

Falscher Syrer am Wiener Westbahnhof

Betrug auf Kosten der Ärmsten: Viele der in Europa gestrandeten Flüchtlinge geben sich - teils mit gekauften Pässen - als Syrer aus, um ihre Chancen auf Asyl zu erhöhen. Wie US-Reporter der "Washington Post" jüngst auch in Wien ans Licht brachten: Sie ließen unter anderem einen getarnten Algerier "auffliegen".

"Ok, ich komme nicht aus Syrien - ich bin Algerier. Ich bin ein Illegaler, kein Flüchtling", gibt der angebliche Kriegsflüchtling Hamza auf dem Wiener Westbahnhof zu, nachdem er von einem Arabisch sprechenden Reporter der "Washington Post" enttarnt worden war. Schlechtes Gewissen hat er keines. "Das einzige, was du in meinem Land tun kannst, um zu überleben, ist kriminell zu sein", so Hamza. Und das wollte er eben nicht mehr.

Der 27-Jährige ist aber nur einer von vielen, die in der Hoffnung auf Asyl skrupellos in die Rolle eines Syrers schlüpfen - teils einfach mit Lügen, teils aber auch mit für ein paar Hundert Euro gekauften Pässen von verstorbenen Syrern.

"Ich habe hier schon Menschen aus Marokko, Tunesien, Algerien und Libyen getroffen, die alle behauptet haben, sie seien Syrer", erzählt der gebürtige Libyer Hisham Fares, der freiwillig als Dolmetscher am Westbahnhof hilft. "Das Traurige daran ist, dass diejenigen, die tatsächlich vor dem Krieg flüchten, letztlich den Preis für diese Betrügereien zahlen müssen."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).