Di, 21. November 2017

Hypo-Nachwehen

04.07.2015 08:05

Moody‘s senkt Kärnten-Rating, NÖ verliert Triple-A

Die US-Ratingagentur Moody's hat die Ratings der Bundesländer Kärnten und Niederösterreich herabgestuft und den Ausblick auf negativ gesetzt. Das Rating von Kärnten wurde um zwei Stufen auf Ba2 gesenkt. Niederösterreich verlor die Topbonität AAA und wird nun mit Aa1 bewertet, teilte Moody's am Freitagabend mit. Beide Länder machten den Bund für das Downgrade verantwortlich.

Die Abstufung Kärntens sei im Zusammenhang mit der Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft Heta und entsprechenden finanziellen Risiken erfolgt. Es gebe Faktoren, dass "ein signifikanter Teil" der Hypo-Haftungen schlagend werden könnte, so die Ratingagentur. Das Bundesland Kärnten haftet noch für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria Bank im Umfang von rund zehn Milliarden Euro. Kritisch sieht Moody's außerdem die juristischen Risiken um den Heta-Rückzahlungstopp und die weitere Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft durch die Finanzmarktaufsicht.

Das Rating von Niederösterreich ist laut Moody's um ein Stufe auf Aa1 gesenkt worden, weil das Bundesland via der Hypo-Pfandbriefbank auch von der Heta-Abwicklung betroffen ist. Negativ sieht die Ratingagentur auch das "relativ hohe Schuldenniveau" Niederösterreichs im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern.

Finanzlandesräte geben dem Bund die Schuld
Niederösterreich und Kärnten gaben dem Bund die Schuld an den schlechteren Ratings. Das Downgrade sei "eine direkte Folge der Maßnahmen, die der Bund im Zusammenhang mit der Heta-Abwicklung gesetzt bzw. nicht gesetzt hat", kritisierte die Kärntner Finanzlandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) am Freitag per Aussendung. Ihr niederösterreichischer Kollege Wolfgang Sobotka (ÖVP) sagte, die Herabstufung sei "dem Kriminalfall Kärnten sowie den allgemeinen Auswirkungen des verhängten Heta-Moratorium geschuldet".

Während Schaunig das Downgrade Kärntens von Baa3 auf Ba2 in einer Aussendung als "wenig erfreulich" und "nicht unbedingt nachvollziehbar" bezeichnete, sagte Sobotka, der Verlust des Topratings AAA für Niederösterreich "so zu erwarten" gewesen sei. Niederösterreich sei mit der zweithöchsten Bonität Aa1 auf einem Level mit Großbritannien oder den Schweizer Kantonen Luzern und St. Gallen, so der ÖVP-Politiker.

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