Di, 12. Dezember 2017

Standort geheim

13.11.2014 14:50

Waffenproduzent Glock fertigt nun in Bratislava

Der österreichische Waffenproduzent Glock, weltweit führender Lieferant von Pistolen für Polizeikräfte, fertigt seit heuer auch in Bratislava. Ein Teil der Produktion wurde demnach bereits zu Jahresanfang in die Slowakei verlegt, was unter anderem die Chancen der Österreicher bei öffentlichen Auftragsvergaben erhöhen soll.

Während andere ausländische Investoren ihre Ansiedelungspläne oft Monate im Voraus ankündigen würden, habe sich Glock ganz im Stillen und ohne großen Medienrummel in der slowakischen Hauptstadt angesiedelt und sei auch jetzt kaum bereit, Informationen preiszugeben, berichtete die Tageszeitung "Sme" am Donnerstag.

Genauer Standort nicht bekannt
Der genaue Standort der Glock-Niederlassung in der Slowakei sei nicht bekannt. Es handle sich aber nur um die Endfertigung der Pistolen aus zugelieferten Komponenten, wurde Geschäftsführer Erik Vransky in dem Blatt zitiert. Jährlich sollen in der Slowakei mehrere Tausend Glock-Pistolen gefertigt werden.

Grund der Niederlassung in der Slowakei sind laut Vransky mehrere in Vorbereitung befindliche große staatliche Ausschreibungen für Waffenlieferungen in der Slowakei. Glock habe das Land gezielt als Standort gewählt, um seine Positionen dabei zu verbessern.

Großauftrag steht bevor
Umrüsten soll demnächst die slowakische Polizei, zum ersten Mal seit 20 Jahren. Das Innenministerium will 23.000 Pistolen anschaffen, der Wert des Auftrags soll rund 7,5 Millionen Euro betragen, womit es sich um die größte Ausschreibung dieser Art seit Jahren handelt. Auch die slowakische Armee bereitet die Anschaffung neuer Waffen vor.

Einer der größten Konkurrenten für Glock in der Slowakei ist der tschechische Waffenproduzent Ceska zbrojovka Uhersky Brod, der kürzlich ebenso ein Werk im mittelslowakischen Novaky eröffnet hat. Die Tschechen versichern allerdings, ihre neue Fabrik hänge nicht mit den Staatsaufträgen zusammen. Der slowakische Waffenproduzent Grand Power kritisiert dennoch, keine der beiden ausländischen Firmen betreibe in der Slowakei eine "echte Produktion", beiden gehe es ausschließlich um Marketing.

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